chris Admin


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Verfasst am: 07.08.2007, 08:47 Titel: Stammspieler müssen Gas geben |
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TuS-Trainer vermisst Biss und Spannung
Stammspieler müssen Gas geben
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Auch Goran Sukalo (vorne) fehlte beim Pokalsieg in Havelse der nötige Biss - vor allem die zweite Halbzeit gefiel Trainer Uwe Rapolder überhaupt nicht Foto: Ulrich zur Nieden
HAVELSE. Der Koblenzer Trainer Uwe Rapolder macht nach der mäßigen Leistung beim Pokalspiel in Havelse seinen Stammspielern Dampf: "Wer weniger macht, ist ganz schnell wieder draußen."
Einmal an diesem Sommertag sollte Uwe Rapolder dann doch noch ins Schwitzen geraten. Unentwegt zupfte sich der Trainer von TuS Koblenz während der Pressekonferenz nach dem 3:0-Pokalsieg beim TSV Havelse am Poloshirt - in dem engen Raum des Wilhelm-Langrehr-Stadions herrschte eine Hitze wie sonst nur in der Sauna.
Es dürfte das erste Mal seit dem Anpfiff der vorausgegangenen Partie gewesen sein, dass Schweißperlen auf Rapolders Körper auftraten: Zu souverän hatte TuS Koblenz die verhältnismäßig dankbare Aufgabe beim Fünftligisten gemeistert und zu keinem Zeitpunkt des ungleichen Duells echte Spannung aufkommen lassen. Dank der drei frühen Tore durch Marko Lomic und Anel Dzaka hatte bereits nach 20 gespielten Minuten einzig die Frage nach der Höhe des Sieges im Raum gestanden.
Das alles klingt nach einer insgesamt überzeugenden Vorstellung - und doch konnte man in der Summe nicht davon sprechen, dass die Koblenzer in Havelse ein Ausrufezeichen gesetzt haben. "Ich bin nur mäßig zufrieden", bewertete Uwe Rapolder den Auftritt seiner Schützlinge, und als er anfügen wollte, woran es nach seiner Auffassung vor allem gemangelt habe, sagte seine Gestik mehr als jedes Wort. Rapolder ballte die Fäuste und spannte die Arme an. Von fehlendem "Biss" und "Spannung" sprach der Trainer danach - in der Tat waren dies jene Eigenschaften, die der sechzigminütigen Verwaltung des 3:0-Vorsprunges am nächsten kamen.
Man fühlte sich in diesen Momenten an den vergangenen Donnerstag erinnert, als Rapolder zum ersten Mal angedeutet hatte, dass die gelungene Vorbereitung den einen oder anderen Spieler offenbar zur Reduzierung der Arbeitsmoral im Training veranlasst habe. "Unsere Stammelf hat sich zwar herauskristallisiert", sagte der Fußball-Lehrer, "aber wenn das manchen dazu veranlasst, weniger zu machen, dann ist er auch ganz schnell wieder draußen." In Havelse war es eher kollektive denn individuelle Lustlosigkeit, die sich bei den warmen Temperaturen breitmachte. "Man hat gesehen, dass wir als Mannschaft stabiler werden müssen", sagte Rapolder.
Manuel Hartmann schlug bei seiner Einschätzung des Spielverlaufs in die gleiche Kerbe. "Unsere Ballzirkulation war in Ordnung", sagte der junge defensive Mittelfeldspieler, "aber in der zweiten Halbzeit waren die Räume für den Gegner zu groß. Wenn es da noch 0:0 gestanden hätte, hätten wir Probleme bekommen." In der Tat hatten die Koblenzer in der gesamten zweiten Halbzeit - abgesehen von einem Sahin-Schuss ans Außennetz - nicht eine brauchbare Tormöglichkeit herausspielen können. Zugespitzt formuliert: Der Fünftligist war seinem Traum von wenigstens einem Tor näher als die TuS ihrem vierten Treffer.
Woran es lag? Uwe Rapolders ehrliche Antwort lautete: "Ich weiß nicht, ob es ein Belastungs oder ein Verständnisproblem war." Die trainingsmethodisch auf den Zweitliga-Auftakt am kommenden Sonntag ausgerichtete Vorbereitung hatte noch immer einige Spuren hinterlassen, "aber auch mit fehlender Frische und Dynamik muss man dieses Spiel anders zu Ende bringen." Vor allem Stützen der Mannschaft wie Anel Dzaka oder Goran Sukalo nahm Rapolder explizit in die Pflicht, als er sagte: "In solchen Situationen erwarte ich dann auch mal von meinen Führungsspielern, dass sie den Takt angeben."
Die Kritik des Trainers dürfte vor allem mit Blick auf den Saisonstart bei Mainz 05 erfolgt sein. "Wenn wir gegen Mainz so spielen, wird es sicher auch mal rappeln, weil die ganz andere Schützen haben", warnte Dennis Eilhoff. Zumal sich der Eindruck aufdrängte, dass es bei der neuen TuS-Mannschaft - neben mancherlei taktischen Schwächen - in der Tat nur noch an Konzentration und Konsequenz mangelt. In technischer Hinsicht zeigte Koblenz vor allem zu Beginn der Partie, dass attraktive Spielzüge in der kommenden Serie keine Seltenheit bleiben dürften.
Zwei weitere Makel eines vom Ergebnis im Grunde erfreulichen Nachmittags blieben am Ende nicht unbeobachtet. Wie schon in den letzten Trainingseinheiten vermisste man im TuS-Kader den jungen Neuzugang Tayfun Pektürk, der - unglaublich, aber wahr - erst einmal in seinem letzten Wohnort Gelsenkirchen seinen Zivildienst antreten musste. Was hingegen auch in Havelse nicht fehlte, waren vereinzelte Intelligenzbolzen, die pünktlich zum Angriff eine Rauchbombe im Gästeblock zündeten und damit 200 mitgereiste - und hauptsächlich friedliche Fans - en gros in Misskredit zogen. In wahrscheinlichem Zusammenhang mit dieser Aktion stand zudem die Einlieferung eines Zuschauers ins örtliche Krankenhaus.
Christoph Oster
Quelle: RZ-Online - http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/tus-1.html |
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