Strange Alte Herren


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Verfasst am: 01.06.2011, 00:19 Titel: TuS-Krise: OB Joachim Hofmann-Göttig |
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Hier der komplette Auszug aus dem Gästebuch:
| Zitat: | (876) Hofmann-Göttig
Di, 31 Mai 2011 23:56:51 +0000
Liebe TuS-Fans,
nachdem ich gestern den Stadtvorstand und den Ältestenrat des Stadtrats informiert habe, möchte ich nun den zahlreichen TuS-Fans, die sich nahezu täglich fragend per Mail und Gästebucheintrag an mich wenden, über die Haltung der Stadt und des Oberbürgermeisters der Stadt Koblenz informieren.
Zunächst betone ich ein weiteres Mal, dass ich den Profi-Fußball für ein wichtiges Element des Stadtmarketings halte und ich es deshalb als unsere gemeinsame Aufgabe ansehe, das Mögliche zu tun, dass wir weiterhin Profi-Fußball in Koblenz erleben dürfen. Wir alle wissen, dass es dabei fünf Minuten vor zwölf ist.
Innenminister Roger Lewentz hatte deshalb am vergangenen Freitagnachmittag zu einem "Krisengipfel" eingeladen, um auszuloten, welche Beiträge geleistet werden müssen, um den Fortbestand des Profi-Fußballs zu sichern. In dem Gespräch ist deutlich geworden, dass sowohl die TuS selbst (durch einen radikalen Sparhaushalt) wie auch das Land Rheinland-Pfalz (z.B. durch eine Landesbürgschaft) entschlossen sind, einen wirksamen Beitrag zur Rettung der Spiellizenz für die bevorstehende Saison zu leisten. Es ist nicht meine Aufgabe, dies im Detail zu berichten. Das müssen TuS-Präsident und Land selber tun. Es war schließlich ein vertrauliches Gespräch.
Ich möchte aber transparent deutlich machen, dass ich namens der Stadt auch einen Beitrag signalisiert habe, von dem ich glaube ihn auch vom Stadtrat mitgetragen zu bekommen.
Dabei geht es um zwei Elemente:
Erstens:
Die TuS schuldet der Stadt viel Geld. Präzise gegenwärtig 164.000 Euro. Unstrittige Forderungen der Stadt in Erfüllung des Stadionmietvertrags. Ich habe die Schulden wiederholt angemahnt, aber auf rechtliche Schritte zur Durchsetzung unserer Forderungen bislang bewusst verzichtet, wissend, dass solche Schritte zur sofortigen Insolvenz der TuS (GmbH und Verein) führen könnten. Ich habe angeboten, weiterhin in maßvoller Weise mich mit Teilzahlungen unserer Forderungen ohne Verlust von Rechtstiteln zufrieden zu geben und keine Zwangsmaßnahmen bei der Eintreibung unserer Forderungern zu betreiben, um eine Insolvenz zu vermeiden.
Zweitens:
Die Stadt erkennt an, dass die TuS einen echten Sparhaushalt für die kommende Saison in jüngster Zeit entwickelt hat. Sie hält es für zielführend, nichts unversucht zu lassen, den jetzigen erfolgreichen Trainer auch für die nächste Saison für die TuS zu gewinnen. Angesichts der drohenden Insolvenz habe ich meine Bereitschaft ausgedrückt, der TuS einen Stadionmietvertrag anzubieten, der nur noch die Hälfte der bisherigen Mietgebühren verlangt. D.H., statt 10.000 Euro pro Spiel, 5.000 Euro. Damit verzichten wir auf rund 100.000 Euro gegenüber der laufenden Spielsaison, wenden aber eine Insolvenz ab, die zu Null Euro Stadionmiete führen würde.
Damit sind wir an die Grenze dessen gegangen, was angesichts des Haushaltsdefizits der Stadt gerade noch vertretbar ist.
Die Teilnehmer des Krisengipfels nahmen mein Angebot sehr positiv auf.
Der Stadtvorstand hat mir dafür gestern den Rücken gestärkt.
Die bisherigen Rückmeldungen aus dem Stadtrat führen bei mir zu dem Eindruck, dass diese mehrheitlich, meine Haltung als äußerstes Entgegenkommen zur Rettung der TuS verstanden wird, dass gerade noch durchsetzbar erscheint.
Bevor sich in den nächsten Tagen und Stunden alles überschlägt, wollte ich den TuS-Fans auf meinen Seiten diese unverfälsche Originalhaltung der Stadt und des Oberbürgermeisters exklusiv mitgeteilt haben.
Nun hoffe ich, dass dieses Entgegenkommen der Stadt zu einem Signal des Landes führt, was ich nach all dem Engagement des für Sport zuständigen Innenministers annehme, der sich stets für die TuS engagiert hat.
Vor allem aber hoffe ich, dass die Sponsoren, die im Vorfeld ihre Zusagen gemacht haben, nun nicht plötzlich abspringen, wo doch eine Rettung der TuS denkbar geworden ist.
Nun geht es nur noch um Stunden.
Mit sportlichen und Koblenzer Grüßen
Joachim Hofmann-Göttig
Oberbürgermeister |
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