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Traditionsstätten in Koblenz
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chris
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BeitragVerfasst am: 12.09.2010, 22:17    Titel: Traditionsstätten in Koblenz Antworten mit Zitat

Gesucht, gesucht, und nix gefunden. Für mein Thema habe ich keinen passenden Thread gefunden, deswegen mache ich einen neuen auf. Ich wette, Ihr habt einiges im Kopf, um schnell den Thread zu füllen.

Es geht um alte Läden in Koblenz und Umgebung, die langsam aussterben. Der Tante-Emma-Laden um die Ecke, der Frisör (schreibt man doch jetzt so) zwei Straßen weiter, die Tanke, an der nicht nur der Wagen getankt wurde, ...

Ich fange mal an mit einem "Laden" aus Güls. Der Schullebäcker. Heute im "Gölser Blättche" auf der Titelseite. Schon letzte Woche sah man, dass die Schaufenster zugehangen waren. Ich zitiere mal aus dem Blättche:
Zitat:
Vor ein paar Tagen hat ein altes traditionsreiches Familienunternehmen, die Bäckerei-Konditorei Hommen, besser bekannt unter dem Namen Schullebäcker, nach nunmehr 118 Jahren seine Ladentür für immer geschlossen. "Der Konkurrenzdruck durch Discounter ist immer größer geworden." ... 1906, nach 14 Jahren, siedelte der Betrieb an seinen heutigen Standort.
"Eine Kundin kam in den Laden und verlangte ein Brot. Daraufhin fragte ich, ob es ein helles oder ein dunkles Brot sein solle. Worauf die Dame antwortete: Das ist egal, mein Mann ist sowieso blind."


Das ist ein großer Verlust für Güls und auch für Koblenz. Als ich in Güls zur Grundschule ging, konnte ich dort für 1 Pfennig (in Worten: einen Pfennig) was kaufen. Nämlich einen Lakritz. Für uns Grundschulkinder gab es dort eine Menge Leckereien für Pfennings-Beträge. Brause-Bonbons, Spagetti-Gummis, Lakritz-Taler, saure Zungen, ... Mit unserem Taschengeld konnten wir uns da nach der Schule ein Papier-Tütchen füllen und waren glücklich.
Bis heute ging meine Tochter (3. Klasse Grundschule Güls) auch öfter mal zum Schullebäcker. Die Pfennings-Kistchen gab es nicht mehr. Aber sie stand auf den Dino, den es jetzt wohl auch nicht mehr gibt.

Traurig, denn das ist es doch, was ein malerisches Dörfchen vor den Toren der Stadt ausmacht.

Der Tante-Emma-Laden, in dem Marmelade und Mehl auf einem Holzregal stand, gibt es hier schon lange nicht mehr. Etwa 5 Meter daneben ist jetzt ein Hunde-Frisör. Der Schuster in der Gulisastraße ist Geschichte. Der Gerber im Mühlbach gehört auch zur aussterben Spezies.
Von der Tankstelle in Waldesch, wo sich damals die Dorfbevölkerung zum "Stubbi unn Kurzen" traf, will ich gar nicht reden.

*schwelg*
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Dr. Socrates
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BeitragVerfasst am: 12.09.2010, 22:42    Titel: Antworten mit Zitat

Nun Chris, ein schöner Thread. Ich will statt der Trauer um Verluste davon erzählen, was es noch gibt. In der Vorstadt lernte ich als Kind den "Schuster Oster" kennen. Eine Schuhmacherei wie aus dem Lehrbuch. Damals wurden keine Treter weggeworfen, sondern repariert. Ein schöner großer Laden, der unnachahmlich nach Leder roch und wo ständig zig Paare von Schuhen in den Regalen lagen, entweder abholfertig nach vollendeter Reparatur oder lädiert, gerissen, schiefe Absätze usw. und der Sanierung harrten. Mindestens zwei Männer hämmerten, nagelten, klebten oder schnitten Leder mit für uns Kinder exotischem Werkzeug. Der Laden existiert ewig nicht mehr, die Wegwerf- und Billigkultur machte ihm den Garaus.
Aber heute noch sitzt im Keller des Neubaus (jeweils Freitags und Samstags) der Juppes, in einem ca. 4 qm großen Raum mit einem Teil der alten Werkzeuge und repariert Schuhe für'n Appel und en Ei. Er dürfte locker an die 80 sein, interessiert sich für die TuS und freut sich über jeden Kunden und ein kleines Schwätzchen. Ein Exot und lebendiges Denkmal der aussterbenden Kultur der alten Handwerkskunst.

Gruß Doc
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chris
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BeitragVerfasst am: 12.09.2010, 22:43    Titel: Antworten mit Zitat

Weitergesucht und doch gefunden. Im April 2007 habe ich schon mal was über den 1-Pfennig-Lakritz beim Schullebäcker geschrieben:
http://www.tus-forum.de/erinnert-ihr-euch-noch-was-es-frueher-gab-t433,start,64.html
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chris
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BeitragVerfasst am: 12.09.2010, 22:49    Titel: Antworten mit Zitat

@Doc:
Da haben sich unsere Beiträge überschnitten.

Aber genau so, wie Du den Schuster beschrieben hast, war es hier in der Gulisastraße auch. Ab und zu sah man ihn auch mal in der Schürze vor dem Hof-Tor stehen.
Übrigens: Mein Paar Lieblingsschuhe ist auch schon neu besohlt.
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Kobi
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BeitragVerfasst am: 12.09.2010, 22:58    Titel: Antworten mit Zitat

@Chris,

ich bin mal deinem Link gefolgt und habe festgestellt, dass es früher noch einen Torlöwen und einen Baitzel gab ... Wink

@Doc, welchen Schuster meinst du denn? Alleine in der Schenkendorffstraße gab es früher zwei Schuster, einen an der Ecke Hohenzollernstraße und einen neben der Schule.

Grüße Kobi
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BeitragVerfasst am: 12.09.2010, 23:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich meine den in der Hohenzollernstraße, heutige Höhe Kreuzberg.

Gruß Doc
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rancher
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BeitragVerfasst am: 12.09.2010, 23:58    Titel: Antworten mit Zitat

Nicht zu vergessen den Schuster in der Schützestroos 21 und den Friseur in Nr. 19, den ich mir als Vater ausgesucht hatte... Cool
Die Kohlehandlung Kilzer und dat Gasthaus Grüner Kranz (von früher) oder gar Gasthaus Christ wird wohl kaum noch jemand kennen...
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Kobi
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BeitragVerfasst am: 13.09.2010, 00:13    Titel: Antworten mit Zitat

Günni, den grünen Kranz gibt es heute noch und da hat sich auch kaum was geändert in all den Jahren. Natürlich kenn ich auch den Christ. Gibt aber nicht mehr.

Kennst du dann auch noch den Caracciola? Na ... ?

Und die Mezgerei Schmidt, und und und ... die Schützenstraße war eine Stadt für sich ... Die hätte eigendlich doppelt so lang sein müssen, denn jedes Haus hatte noch ein Hinterhaus. Ich hab in einem gewohnt.

Grüße Kobi
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rancher
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BeitragVerfasst am: 13.09.2010, 10:18    Titel: Antworten mit Zitat

...Caracciola, na klar...im Christ habe ich damals Kegel aufgestellt. Da war ein Qualm drin, dass die Jungs kaum noch die Kegel sehn konnten. Die legendären Europaspiele (vor allem auch mit Lautern) schaute ich mit meinem Vater im proppevollen, verräucherten Gastraum, so dass meine Raucherkarriere wohl schon als Dotz begann...
Auf dem kleinen Platz, Ende Schützen- Übergang zur Römerstrasse spielten wir Fußball und Rollhockey und im Winter ging es am Rittersturz in halsbrecherischer Fahrt, mehrere Schlitten hintereinander eingehängt, den Berg hinunter...oder Schlittschuhlaufen auf der Laache am Schützenhof... das waren noch Winter...da ist noch einiges in Erinnerung...vor allem die Geschichten rund um die TuS (Neuendorf) das Oberwerth und die Kneipen.
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BeitragVerfasst am: 13.09.2010, 10:32    Titel: Antworten mit Zitat

Die Schützesträßler sollen sich jetzt mal bedeckt halten. Die hatten ja schon früher Schiß vor den Römersträßlern incl. Engelsweg. Und wenn erst die Hohenzollernjungs kamen (incl. Doc).....
Also dann: Lebensmittel Bleich, Lädchen der Frau Baulig, Schlosserei Hartmann, Bäckerei Hartenfels (Schenkendorfplatz), Webers Lädchen 1,50m neben den Straßenbahngleisen, Milchgeschäft Graf, 4 Türme, Lütke, Monopol-Kino, Drogerie Frankenstein (hieß wirklich so!), Heißmangel (der Gerd Rörig weiß das genau), der "Bleierhof", der Spilles mit dem Krokodil, Lebensmittel Kessler, und, und, und.......
Alles südliche Vorstadt. So viele Geschichten könnten erzählt werden.

Gruß Doc
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rancher
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BeitragVerfasst am: 13.09.2010, 11:12    Titel: Antworten mit Zitat

na ja, die Hohenzöller wollten immer schon wat besseres sin...wobei ja einer meiner damaligen Freunde, Jockel (Lebensmittel) Kessler von dort kam.
Aber beim Klickerere, uf dem Platz zwische St. Josef un der Schenkendorfschull ham me se manchmal vernichtend abgeräumt... Cool

Stiffele, Stiffele stahahang, vor der Weißergässer hammer kein bahahang...dann gin mer in dat Gässsche und haun dene Weißgässer dat Schösssche... Mr. Green
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Dr. Socrates
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BeitragVerfasst am: 13.09.2010, 11:20    Titel: Antworten mit Zitat

Der Jockel hat heute noch seinen (Bio-)Lebensmittellladen in der Hohenzollernstr. 135!

Gruß Doc
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BeitragVerfasst am: 13.09.2010, 12:11    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt wollen wir mal zum Ursprungsgedanken von Chris zurückkehren und nicht ständig rückwirkend die Vorstadt oder sonstige weltberühmte Institutionen hochleben lassen.
Ich gehe des öfteren so durch die Stadt, schaue mir die baulichen Veränderungen an und überlege, was denn aus meiner Jugendzeit eigentlich noch (unverändert) übrig geblieben ist. Und auch wenn ich diesen Laden nie betreten habe (oder doch mit meiner Oma, anno 1960?), so fällt mir immer wieder "Die Aussteuer" auf der oberen Löhr, Nähe Reuffel, auf. Dort scheint sich seit Jahrzehnten weder die feilgebotene Ware, noch die entsprechende Schaufensterdeko und erst recht nicht baulich etwas verändert zu haben. Ob dies auch für das dortige Personal gilt, vermag ich nicht zu sagen Laughing

Gruß Doc
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BeitragVerfasst am: 13.09.2010, 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

wenn man mal auf die andere rheinseite geht und sich die pfaffendorfer höhe anschaut.......altes findet man dort auch nicht mehr.
A&O ecke lüderitzstrasse..........runte in der ellingshohl mit süssigkeiten für 5-10 pfennige, daneben der bäcker mit dem mohrenkopfbrötchen für 20 pfennige....das orangeneis (gefrorener o-saft im grünen becher Smile )....um die ecke kleine läden mit schreibwaren und kurzwaren (nähgarn, reissverschlüsse, stoffe, ect.) ...wie hiessen die noch ..gäbler und ???

unvergessen das bienhorntal......abenteuer pur und grün ohne ende......

in der stadt das alte monopol-kino....alt eingesessene geschäfte wie pollack, kaufhalle, .........

wo sind die kleinen läden, die ihren treuen älteren kunden die einkaufstüten heim tragen?
wo die mitarbeiter sagen, dass die erdebeeren heute ganz frisch kamen aber die tomaten lieber morgen gekauft werden sollten, weill dann ne neue lieferung kommt?

fortschritt mag ok sein.....aber das alte sterben lassen ist manchmal echt eher ein rückschritt. Smile
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BeitragVerfasst am: 13.09.2010, 12:47    Titel: Antworten mit Zitat

Dr. Socrates hat Folgendes geschrieben:
Jetzt wollen wir mal zum Ursprungsgedanken von Chris zurückkehren und nicht ständig rückwirkend die Vorstadt oder sonstige weltberühmte Institutionen hochleben lassen.
Ich gehe des öfteren so durch die Stadt, schaue mir die baulichen Veränderungen an und überlege, was denn aus meiner Jugendzeit eigentlich noch (unverändert) übrig geblieben ist. Und auch wenn ich diesen Laden nie betreten habe (oder doch mit meiner Oma, anno 1960?), so fällt mir immer wieder "Die Aussteuer" auf der oberen Löhr, Nähe Reuffel, auf. Dort scheint sich seit Jahrzehnten weder die feilgebotene Ware, noch die entsprechende Schaufensterdeko und erst recht nicht baulich etwas verändert zu haben. Ob dies auch für das dortige Personal gilt, vermag ich nicht zu sagen Laughing

Gruß Doc


würde ja gerne auch was aus meiner jungend einbringen........aber i-wie fallen mir keine läden ein, die ich als kind bereits besucht habe und die noch heute existieren Smile
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