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Torjubels Sicht der Dinge

 
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Torjubel
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BeitragVerfasst am: 14.01.2010, 13:21    Titel: Torjubels Sicht der Dinge Antworten mit Zitat

An alle gleichgesinnten Fußballfans: Hier folgt ab heute meine wöchentliche "Sicht der Dinge". Dabei geht es mir weniger um Taktik und Aufstellungen, sondern vielmehr um die "Schönste Nebensache der Welt", ganz fernab von Kommerz und Machtspielereien. Was bedrückt den Fußballfan? Wieso singt er sich Woche für Woche seine Kehle aus dem Hals? Wie sehr leidet er mit seinem Verein? Was muss er während seines Stadionbesuches alles durchmachen? Wie sehr bestimmt der Fußball sein Leben? Diese und weitere Fragen werden Bestandteil meiner Serie sein, die sich hauptsächlich mit TuS Koblenz beschäftigt, ohne dabei den Blick auf den nationalen, europäischen sowie weltweiten Fußball zu verlieren. Ich hoffe, dass euch meine Erlebnisse und Ausführungen gefallen werden und wünsche viel Spaß beim Lesen.
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Torjubel
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BeitragVerfasst am: 14.01.2010, 13:22    Titel: Antworten mit Zitat

Zurück im (Fußball-)Alltag
Das war sie nun also, die Winterpause 2009/10. Zu kurz hieß es mancherorts, sie habe ja gar nicht stattgefunden dieses Jahr. Für uns TuS-Fans war sie eigentlich doch genau richtig. Einerseits brauchten wir nach dieser enttäuschenden Hinrunde auch mal etwas Abstand vom Fußball. Zu sehr mussten wir Woche für Woche leiden, besonders bei den Heimspielen. All die Leichtigkeit, Spielfreude, Kombinationen aus den Vorjahren - scheinbar von heute auf morgen weg. Ob jetzt nun die Transferpolitik Schuld war, die Spieler selbst, die Taktik oder alles ein bisschen - dies herauszufinden wäre zu mühsam und soll jetzt auch nicht im Vordergrund stehen. Was war, das war! Ändern kann man es nun auch nicht mehr. Wir TuS-Fans schon gar nicht. Vielmehr sollte der Blick nach vorne gehen.
Und damit zurück zur zu Ende gegangen Winterpause. Trotz all der eben beschriebenen Umständen stieg mit jedem fußballfreien Tag die Anspannung auf die bevorstehende Rückrunde. Zumindest bei mir war das der Fall. Die Tage wurden herunter gezählt, Formbarometer der einzelnen Vereine studiert, die ersten wagen Prognosen des Rückrunden-Spieltages vorgenommen.
Ja, der Fußball hat wieder Einzug im sonst so tristen Alltag genommen! Ab jetzt sind sozusagen wieder die Spieler auf dem Platz verantwortlich, wie wir die kommende Woche wahrnehmen werden. Mürrisch, traurig und leicht aus der Fassung zu bringen nach einer erneuten Niederlage? Oder doch übers ganze Gesicht grinsend, freudestrahlend, überglücklich durch die Gegend laufend als Folge eines Sieges? Was immer auch der Fall sein wird, eins sollte klar sein: Auch am 18.Spieltag wird die Liga noch nicht entschieden sein. Ein langer Weg steht noch vor uns, dem 12.Mann. Derjenige mit dem längsten Atem, auch wenn das Atmen gerade jetzt in dieser kalten Jahreszeit im Stadion schwer fällt, gewinnt.
Wie sagte doch der neue Trainer Petrik Sander bei seiner Vorstellung: Aus dem Koblenzer Kennzeichen KO ein OK machen! Wie passend zur derzeitigen sportlichen Situation.
K.O., englisch für Knock-Out. Der Ist-Zustand. Ein Verein, der sportlich am Tiefpunkt angelangt zu sein scheint. Die Lichter nur noch auf Sparflamme. Das bittere Ende absehbar.
O.K., englisch für Okay. Der Soll-Zustand. Gestärkt aus der Krise hervorgehen, alle Kräfte mobilisieren und das Unmögliche doch noch möglich machen. Wenn uns das gelinge sollte, sind wir alle sicherlich hoch zufrieden. Wenn nicht, dann sollte jeder aber zumindest alles für dieses Ziel gegeben haben. Wenn es dann doch nicht ganz reicht, dann hat es eben nicht sein sollen...
So, nun aber genug Tristesse. Es geht endlich wieder los. Willkommen zurück, Fußballalltag!

Bis zur nächsten Woche,

euer Torjubel!
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chris
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BeitragVerfasst am: 14.01.2010, 16:55    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe mal ins TuS-Dorf verschoben. Da passt der Thread besser hin.
_________________
"Genau so isses."
Christian Danner
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Torjubel
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BeitragVerfasst am: 24.01.2010, 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

Glückstor? Torglück!
Wie heißt es doch so schön? Glück muss man sich erarbeiten! Wenn man dieser Phrase Glauben schenkt, so kann das also nur heißen, dass die TuS-Kicker in den vergangenen Wochen fleißig gearbeitet haben. Denn, so schön die beiden Treffer von Hartmann und Glockner auch waren, ein bisschen Glück war zugegebenermaßen ebenfalls dabei, was jetzt aber gar nicht heißen soll, dass dies schlimm wäre. Erinnern wir uns noch einmal an den Treffer von Neuzugang Glockner. Eine gefühlte halbe Ewigkeit schien der Ball durch die Luft zu segeln. So lang, man hätte beinahe in der Zwischenzeit die Hinrunde in Gedanken Revue passieren lassen können: Wie oft standen im 1.Halbjahr Latte oder Pfosten im Weg? Oder wie häufig wurden wir Augenzeuge einer klasse Parade des gegnerischen Torwarts? Und jetzt? Der Ball senkt sich allmählich. Das ganze Stadion hält den Atem an. Es scheint so, dass zumindest der Torhüter nicht mehr rankommen wird. Aber ist die Erdanziehungskraft stark genug, damit der Ball rechtzeitig vor der Querlatte runterkommt? Oder fallen wir TuS-Fans mal wieder auf dem Boden der Tatsachen?
Tor!!!! Sofort macht im Stadion die Runde vom "Tor des Monats". Ob dies jetzt gelingt oder nicht: Ein wunderschöner Treffer war es allemal. Eben ein Sonntagsschuss, na klar doch, schließlich war auch Sonntag. Ebenfalls erwähnt werden sollte auch Hartmanns Tor. Dabei legte der neue TuS Kapitän weniger Wert auf Gefühl, vielmehr legte er seinen ganzen Willen - durch all die Frustmomente in den letzten Spielen umso größer - in diesen Schuss. Es scheint fast so, als wäre der Knoten, na ja, vielleicht noch nicht geplatzt, jedoch sicherlich auf dem besten Wege, sich aufzulösen. Wäre da nicht noch eine gewisse Person in Rot gewesen. Aber hierbei kann man sich auch nicht einfach auf sein Glück verlassen. Wenn ein Spiel durch eine einzige Person in eine bestimmte Richtung "gelenkt" wird, dann ist man einfach machtlos. Aber genug damit, schließlich soll dieser Selbstdarsteller nicht auch noch hier im Mittelpunkt stehen.
Also nun zurück zum Glück. Nicht nur bei beiden Treffern stand uns Fortuna Pate, sondern auch in der letzten Minute. Na, erinnert ihr euch? Ein Schuss eines 60ers aufs Tor, der Ball rollt und rollt und wird immer länger, um doch Millimeter am Tor vorbei zu kullern. Puh, durchatmen. Den haben nicht wenige schon drin gesehen. Aber auch davor mussten einige brenzlige Situationen gemeistert werden. Das Schönste bei all diesen Chancen war die Werbebande! Hä, die Werbebande? Ja, genau. Was war das doch immer ein beruhigendes Gefühl, wenn nach den strammen Schüssen des Gegners der Aufprall des Balles gegen die Werbebande zu hören war. Ich muss zugeben: Einmal war mir erst durch diesen "Knall" klar, dass das runde Leder nicht im, sondern am Tor vorbei geflogen ist.
All das zählt jedoch schon heute Nachmittag - besser gesagt heute Mittag bei diesen verrückten Anstoßzeiten - nicht mehr, wenn auch dieses Spiel wieder bei Null beginnen wird. Aber wie war das noch mal mit dem Fleißigsein und der Belohnung...?

Bis zur nächsten Woche,

euer Torjubel!
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BeitragVerfasst am: 31.01.2010, 14:23    Titel: Antworten mit Zitat

Spielerisch befreien war gestern
Der Trainer gibt die Marschroute vor, die Spieler befolgen sie. So sieht im Allgemeinen die Idealvorstellung aus. Am Freitag war dies auch der Fall beim Spiel unserer TuS gegen die Fortuna aus Düsseldorf.
Rückblick: Petrik Sander auf der Pressekonferenz: "Wir brauchen Klarheit in unserem Spiel. In unserem ganzen Defensivverbund brauchen wir Klarheit, einfach strukturierte Dinge. Das heißt, wenn ich in Bedrängnis gerate: Einfach den Ball nach vorne schlagen! Das sieht nicht schön aus, ist aber effektiv. Das macht jede Weltklassemannschaft!" Punkt. Dass aus diesen Sätzen im Nachhinein ein so großer "Tamtam" gemacht wird, war sich Sander wohl zunächst nicht bewusst. Doch er hatte Recht. Was nutzt es, sich spielerisch befreien zu wollen, wenn es dann doch schief geht. Ja klar, schön ist dieses "Wegschlagen" des Balles nicht gerade. Aber, solange es hilft? Auf jeden Fall haben sich die Spieler die Worte ihres Trainers zu Herzen genommen. Von Beginn an war zu erkennen, dass wir Fans heute einige Bälle in Richtung Tribünendach fliegen sehen werden. Ein ehemaliger TuS-Spieler hätte bei diesem Spiel wohl seine Freude gehabt. Nein, natürlich nicht unser altbekannter Ballkünstler Marko Lomic. Wobei, ihn hätte ich nach dieser Aussage des Trainers gerne mal spielen gesehen am Freitagabend, und dann auch noch bei diesen Platzverhältnissen. Defibrillatoren stünden bestimmt auf jeder Tribüne bereit. Aber nun zurück. Die Rede war natürlich von Joshua Grenier, der Spezialist für solche Angelegenheiten. Kennt Sander vielleicht seine Telefonnummer?
Was soll's. Es hat Erfolg gebracht. Auch wenn es zeitweise so aussah, als wären wir bereits in der 1. Minute in Führung gegangen und wollten diese jetzt unbedingt die restlichen 89 Minuten (+ übertriebene 4 Minuten Nachspielzeit!) über die Runden bringen. Dabei hatte es auch etwas "Nostalgisches"! "Zurück in die Zukunft" hätte das Motto auch lauten können. Man erinnere sich: Auch unter Milan Sasic war diese Taktik wirkungsvoll. Der Unterschied zu damals: Jetzt spielen wir auch nach vorne schwungvollen Offensiv-Fußball. Wenn dies beibehalten wird, bin ich guter Dinge, dass wir die Saison erfolgreich zu Ende bringen werden. Von mir aus kann dafür auch die ein oder andere Glasscheibe der Presse- und VIP-Container zu Bruch gehen.

Bis zur nächsten Woche,

euer Torjubel!
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