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Richter trifft in letzter Sekunde

 
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chris
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BeitragVerfasst am: 17.03.2008, 14:07    Titel: Richter trifft in letzter Sekunde Antworten mit Zitat

TuS Koblenz fährt über­raschen­den Aus­wärts­sieg ein

Richter trifft in letzter Sekunde

Fürth - TuS Koblenz hat einen wichtigen Schritt in Richtung Klas­sen­ver­bleib gemacht. In einer am Ende tur­bulen­ten Partie gewann die Elf von Trainer Uwe Rapolder in buchstäb­lich letzter Sekunde bei der SpVgg Greuther Fürth. Das Tor des Tages erzielte Andreas Richter, zuvor hatte TuS-Torwart Dennis Eilhoff einen Fou­lelf­meter gehalten.
Ausgebremst! Der Koblenzer Anel Dzaka (links) lässt den Fürther Daniel Adlung ins Leere laufen. Gegen 1860 München wird der TuS-Kapitän allerdings fehlen. Dzaka kassierte in Fürth seine fünfte Gelbe Karte. Foto: Frey

SpVgg Greuther Fürth - TuS Koblenz 0:1 (0:0)

Die Uhr im Fürther "Playmobil-Stadion" zeigte 15.50 Uhr, als es für die Spieler und Betreuer von TuS Koblenz kein Halten mehr gab. Wenige Sekunden zuvor hatte Andreas Richter einen Eckball von Marko Lomic ins Netz geköpft, Schieds­rich­ter Christian Schößling pfiff erst gar nicht mehr an. Nach einer teilweise dra­mati­schen Schluss­phase jubelten die TuS-Kicker über einen über­raschen­den Aus­wärts­sieg bei den Franken.

"Es war sicher etwas glücklich, aber nicht unver­dient", bemühte TuS-Trainer Uwe Rapolder später eine Floskel, die aber letztlich den Spiel­ver­lauf und auch das Ergebnis völlig zutref­fend beschreibt. Denn: Gerade in der zweiten Halbzeit mussten sich die Koblenzer mehrfach ihrer Haut erwehren, ehe sich die Dinge kurz vor dem Ende zugunsten der TuS wendeten. Ent­schei­den­den Anteil daran hatte Torwart Dennis Eilhoff, der nach der Pause zunächst zwei Großchan­cen der Fürther ver­eitelte, ehe er in der 77. Minute einen Elfmeter von Stefan Reisinger parierte. "Es freut mich für ihn, nachdem er zwi­schen­zeit­lich doch etwas in der Kritik gestanden hatte", sagte TuS-Geschäfts­füh­rer Wolfgang Loos, der einen Einstand nach Maß verbucht hatte. "Ich habe noch nie gegen Fürth verloren", schmun­zelte der neue Manager, "schön, dass es so geblieben ist."

Dafür gab es handfeste Gründe, die ihre Ursache vor allem in der Taktik von Rapolder hatten. Ange­sichts der Ausfälle von Branimir Bajic und Goran Sukalo hatte der Coach seiner Elf ein unge­wohn­tes 3-5-2-System mit auf den Weg gegeben, mit dem die Haus­her­ren vor allem in der ersten Halbzeit gar nicht zurecht kamen. Die Greuther liefen sich immer wieder fest, zwi­schen­zeit­lich agierten die Koblenzer hinten mit fünf Mann auf einer Linie.

"Das hat mir sehr gut gefallen", lobte Rapolder, der indes nach der Pause kor­rigie­rend ein­grei­fen musste, als der Druck der Gastgeber immer größer wurde. Aus dem 3-5-2 wurde das gewohnte 4-2-3-1, was aber nichts daran änderte, dass die Führung der Fürther eigent­lich nur eine Frage der Zeit war.

Vermutlich wären die Koblenzer auch mit dem einen Punkt zufrieden gewesen. Die TuS-Kicker gönnten sich sogar den Luxus, ihre wenigen Kon­ter­chan­cen mehr als fahr­läs­sig zu vergeben. Bestes Beispiel: Statt den Ball ins Tor zu rammen, setzte der ein­gewech­selte Gabriel Fernandez in der 90. Minute ohne Not einen Heber an - ein (miss­glück­tes) Kunst­stück zum völlig falschen Zeitpunkt. "So etwas geht natürlich nicht", schimpfte Rapolder nach dem "Wech­sel­bad der Gefühle". Kon­sequenz des Ganzen: Mit nunmehr 33 Punkten ist der Klas­sen­ver­bleib greifbar nah. "Je früher, desto besser", meint Rapolder.

Sven Sabock

Quelle: RZ-Online - http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/tus-1.html
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chris
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BeitragVerfasst am: 18.03.2008, 10:40    Titel: Antworten mit Zitat

Koblenzer Sys­tem­wech­sel greift

TuS aus­nahms­weise defensiv zum Erfolg

Koblenz - Der Zweck heiligt die Mittel. So oder so ähnlich lässt sich im Rückblick das Koblenzer 1:0 bei der SpVgg Greuther Fürth zusam­men­fas­sen, das die Elf von TuS-Trainer Uwe Rapolder auf eher unty­pische Weise für sich ent­schie­den hat. Was noch wichtiger ist: Mit nunmehr 33 Punkten ist der Klas­sen­ver­bleib als vor­ran­giges Ziel fast schon erreicht.

- FOTO -
Viel­beschäf­tigt: TuS-Mit­tel­feld­spie­ler Manuel Hartmann eroberte beim Koblenzer 1:0 in Fürth viele Bälle und bemühte sich im Spiel nach vorne um Struktur.

Wenn's sein muss, wirft Uwe Rapolder für 90 Minuten auch mal seine Prin­zipien über den Haufen. Dominant auf­zutre­ten ist eigent­lich eines der Leit­motive, die der Trainer von TuS Koblenz seinen Schütz­lin­gen immer wieder mit auf den Weg gibt. Die eigenen Stärken ein­zubrin­gen, das eigene Spiel durch­zudrü­cken, unab­hän­gig davon, ob der Gegner Bayern München oder Barfuß Jerusalem heißt. So haben es die Koblenzer in vielen der bislang 24 Partien in dieser Zweitliga-Saison prak­tiziert und sich hinterher oft geärgert, manchen Punkt lie­gen­gelas­sen zu haben. Am Sonntag aller­dings lagen die Dinge ganz anders, viel­leicht war deshalb der Jubel umso größer. Das 1:0 der TuS in Fürth kam auf eher unor­tho­doxe Art und Weise zustande, weil sich die Gäste über weite Strecken darauf beschränk­ten, dem Gegner zuvor­derst das Leben schwer zu machen und erst dann den Weg nach vorne zu suchen.

Rapolder: "Haben in der ersten Halbzeit richtig gut gespielt"

"Wir haben in der ersten Halbzeit richtig gut gespielt", fand der Fußball-Lehrer und meinte damit vor allem das taktische Verhalten seiner Akteure. Ange­sichts von diversen Ver­letz­ten hatte er sich dazu ent­schlos­sen, bei den Franken mit einem bislang noch nicht prak­tizier­ten 3-5-2-System ins Rennen zu gehen - um dann Nadel­sti­che in der Offensive zu setzen. Eine eher defen­sivere Aus­rich­tung, die eins zu eins umgesetzt wurde. "Wir konnten so die Außen­spie­ler schneller aufnehmen", erklärte der TuS-Coach später, der zufrieden fest­stel­len konnte, dass den Fürthern wenig einfiel, um der TuS bei­zukom­men. Was freilich auch daran lag, dass die Koblenzer Außen­spie­ler bei geg­neri­schem Ball­besitz mitunter auf einer Linie mit den Ver­tei­digern agierten und damit einen kaum zu über­que­ren­den Wall bildeten. Kurzum: Die Koblenzer, die sonst selbst in der Fremde darum bemüht sind, stets den Weg nach vorne zu suchen, können auch anders.

Dass diese Strategie zum Erfolg führte, lag für Mit­tel­feld­mann Manuel Hartmann vor allem daran, "dass wir uns cleverer als in Köln ange­stellt haben". Nachdem Trainer Rapolder dort noch bemängelt hatte, dass der letzte Tick fehlte, konnte er sich nun über mangelnde Ent­schlos­sen­heit auf allen Ebenen nicht beschwe­ren. Der gehaltene Elfmeter von Torwart Dennis Eilhoff war fast schon die logische Kon­sequenz aus dessen Glanz­leis­tung in der zweiten Halbzeit, der vie­lumju­belte Sieg­tref­fer von Andreas Richter in letzter Sekunde war letztlich nicht einmal über­raschend.

Loos: "Her­vor­ragend ein­gestellte Mann­schaft"

"Ich habe eine taktisch her­vor­ragend ein­gestellte Mann­schaft gesehen", gab's denn auch ein Lob vom rundum zufrie­denen Geschäfts­füh­rer Wolfgang Loos, der ebenso wie Rapolder weiß: Jeder Zähler, der beizeiten ein­gefah­ren wird, hilft bei den Planungen für die kommende Spielzeit. "Wir brauchen noch zwei Siege", sagt derweil Trainer Rapolder, der damit aber noch nicht am Ziel seiner Träume ist: Seine Moti­vation ist, die Mann­schaft weiter zu ent­wickeln. Die ominöse 40-Punkte-Marke dürfte dabei quasi nur eine Zwi­schen­marke sein. Eine Prognose, die ange­sichts von zehn aus­ste­hen­den Partien durchaus rea­lis­tisch ist. Die taktische Rei­feprü­fung haben die Koblenzer in Fürth allemal bestanden.

Sven Sabock - Foto: Thomas Frey

Quelle: RZ-Online - http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/tus-1.html
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chris
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BeitragVerfasst am: 18.03.2008, 10:40    Titel: Antworten mit Zitat

Einwurf

Käse­kuchen und grüne Männchen

Sven Sabock blickt auf den 24. Spieltag zurück

Der Beruf bringt es so mit sich, dass man als Bericht­erstat­ter auch so eine Art "Ground­hop­per" ist. Ver­mut­lich haben Sie schon von dem etwas merk­wür­digen Hobby mancher Fußball-Fans gehört, die 900 Kilometer einfachen Weg fahren, um sich ein Zweitliga-Spiel in Tsche­chien oder Polen anzu­schauen - nicht zuletzt, um sich vom Charme manch maroder Arena zu über­zeu­gen. Eine zugegeben etwas skurrile Passion, aber jeder pflegt eben sein ganz spe­ziel­les Hobby.

So ähnlich wie den "Sta­dion­hüp­fern" geht es auch uns. Alle zwei Wochen treibt uns die Pflicht quer durch die Republik. Ob Aue, Jena, Bur­ghau­sen oder Rostock - jede Stadt und jedes Stadion haben ihr ganz beson­deres Flair. Das trifft zwei­fel­los auch auf Fürth zu, wo vor allem Tra­ditio­nalis­ten auf ihre Kosten kommen. Am Ronhof, so hieß das dortige Stadion früher, hat die SpVgg in früheren Zeiten manches Fußball-Fest geboten. Insgesamt drei Mal waren die "Klee­blät­ter" Deutscher Meister, zuletzt 1929. Große Fotowände zeugen im Innern von den Großtaten der wackeren Mit­tel­fran­ken, eine Ahnen­gale­rie schmückt den Pres­seraum.

Nun geht es den Fürthern nicht anders als vielen alt­ehr­wür­digen Klubs, die mit der Last der Tradition zu kämpfen haben. Das wird nicht zuletzt an der Kampfbahn deutlich, die unü­ber­seh­bar ihre besten Tage hinter sich hat. Aber vor den Toren von Nürnberg wird seit einigen Jahren der archi­tek­toni­sche Spagat zwischen Grün­der­zeit und Moderne prak­tiziert - wenn auch mit höchst durch­wach­senem Erfolg.

Was ja womöglich auch mit dem neuen Namen der Spielstätte zusam­men­hängt. Aus dem Ronhof ist längst das "Playmobil-Stadion" geworden, neben den guten alten Holz­bän­ken gibt's bunte Sitze, zudem kann der Gast vier ver­schie­dene Tribü­nen­arten bewundern. Was recht lustig aussieht, aber gar nicht witzig ist, wenn es regnet. Bei der Über­dachung der Steh­plätze ist offenbar das Geld aus­gegan­gen. Aber auch das ist kein Problem: Für die Fans gibt's gratis grüne Ganz­kör­per-Plas­tik­tüten, die die Anhänger quasi zu lebenden Playmobil-Männchen werden lassen.

Mit der Impro­visa­tions-Kunst der Fürther geht obendrein eine ganz besondere Gast­freund­schaft einher - was sich wahrlich nicht von allen Städten im Bun­des­liga-Unterhaus behaupten lässt. Das fängt beim hilfs­berei­ten Ordner an und endet - ganz wichtig bei Jour­nalis­ten - mit einer adäquaten Bewirtung. Nicht genug damit, dass die aus­gehun­ger­ten Bericht­erstat­ter vor der Partie mit einem warmen Mahl auf­gepäp­pelt werden, nach den auf­rei­ben­den 90 Minuten gibt's sogar noch wahlweise Käse­kuchen oder Erd­beer­boden mit Sahne. Das hat zwei­fel­los Erstliga-Niveau, wobei sich der Fürther Anhang nach dem 0:1 gegen Koblenz aber offen­sicht­lich schon auf die nächste Saison in der Zweiten Liga einstellt. "Bis zum nächsten Mal", sagt der freund­liche Mann an der Tür. Gerne - und sei es nur, um ein Stück frän­kischen Käse­kuchen zu genießen.

Quelle: RZ-Online - http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/tus-2.html
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