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Rapolder: Wissen jetzt mehr als im Sommer

 
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chris
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BeitragVerfasst am: 01.02.2008, 12:36    Titel: Rapolder: Wissen jetzt mehr als im Sommer Antworten mit Zitat

TuS-Trainer sieht mehr Varia­bilität in der Offensive

Rapolder: Wissen jetzt mehr als im Sommer

Bad Bertrich - Am Sonntag wird es für Zweit­ligist TuS Koblenz wieder ernst. Nach sechs Wochen Win­ter­pause steht für die Mann­schaft vonTrai­ner Uwe Rapolder gleich das Rheinland-Pfalz-Derby gegen den FSV Mainz 05 auf dem Programm. Im Interview mit unserer Zeitung beleuch­tet Rapolder die sport­liche Situation - und erklärt, warum er in der Hinrunde in seinem Kader zwi­schen­zeit­lich zu erzie­heri­schen Maßnahmen greifen musste.

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Vor­sich­tiger Blick nach oben: Vor dem Rück­run­den­auf­takt der Zweiten Liga ist TuS-Trainer Uwe Rapolder guter Dinge, den Verein im Profi-Fußball zu eta­blie­ren - er warnt aber auch vor einer über­zoge­nen Erwar­tungs­hal­tung.



Die Arbeit ist getan. Nach neun Tagen in Bad Bertrich dürfen die Fußballer von TuS Koblenz heute noch einmal die Füße hochlegen, ehe mit der Partie gegen Mainz 05 am Sonntag um 14 Uhr die Rückrunde beginnt. Im Interview mit unserer Zeitung ist TuS-Trainer Uwe Rapolder guter Dinge, dass seine Mann­schaft in der Rest­sai­son den Auf­wärt­strend fort­set­zen kann - unge­ach­tet der zwi­schen­zeit­lichen Tur­bulen­zen abseits des Platzes.


Die Vor­berei­tung ist fast zu Ende. Herr Rapolder, was hat Ihnen in den ver­gan­genen vier Wochen gut gefallen, was weniger?

Gut gefallen hat mir, dass wir in Deutsch­land geblieben sind und normal trai­nie­ren konnten. Erfreu­lich ist auch, dass wir wenige Ver­let­zun­gen hatten. Der Mus­kel­faser­riss von Goran Sukalo rührt ja noch aus der Hinrunde. Außer ihm und Tayfun Pektürk, der noch etwas geschont wird, stehen mir am Sonntag alle Spieler zur Verfügung.


Gibt es Spieler, die sich zuletzt besonders her­vor­getan haben?

Ich denke, dass Manuel Hartmann noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht hat. Ihm hat die Pause gutgetan. Er zeigt sich hier mit einem guten Selbst­ver­ständ­nis und einer sehr guten Kör­per­spra­che - das ist sehr positiv. Daneben ist Du-Ri Cha rechts hinten auf einem guten Weg.


Allem Anschein nach sind die Winter-Neu­zugänge Gabriel Fernandez und Njazi Kuqi schnell ins System inte­griert worden. Sind die beiden schon eine Option?

Beide haben sich in der Kürze der Zeit gut inte­griert. Beide sind auch von der Ein­stel­lung und dem Charakter her ein­wand­frei - sie haben sich auch neben dem Platz gut in die Gruppe eingefügt. Ich muss jetzt sehen, wie ich sie am sinn­volls­ten einsetze. Kuqi hat mit dem Rücken zum Tor seine Stärken und soll Bälle halten, damit die anderen nachrü­cken können und wir über Flanken zum Abschluss kommen. Fernandez ist ein Mann für die Pässe in die Spitze, einer für die über­raschen­den Momente. Er hat schon sehr gute Ansätze gezeigt, wobei er manchmal Ideen hat, auf die die anderen gar nicht eingehen. Beide bringen den Willen mit, der Mann­schaft zu helfen, das ist das Ent­schei­dende.


Gibt es im Hinblick auf das Mainz-Spiel noch Dinge, die Ihnen Kopf­zer­bre­chen bereiten, oder gehen Sie eher gelassen an das Spiel heran?

Ich bin eigent­lich recht gelassen. Wir wissen jetzt mehr als im Sommer, als die Mann­schaft fast komplett neu war. Wir hatten einen großen Umbruch, den wir relativ stabil gemeis­tert haben. In den letzten Spielen vor Weih­nach­ten haben wir vor allem defensiv gut gestanden. Diese Sta­bilität müssen wir bei­behal­ten und darüber hinaus mehr Torgefahr ent­wickeln - und da hoffe ich eben auf die beiden neuen Spieler, dass sie durch ihr Potenzial unsere Palette in der Offensive erweitern. Zum Beispiel mehr kör­per­liche Präsenz oder mehr Kon­sequenz im Abschluss. Und dann gibt es vorne ja auch noch Daham oder Vata, sodass die Mann­schaft an Qualität gewonnen haben müsste.


Sie hatten nach der Hinrunde gefordert, dass die TuS besser zum Abschluss kommen muss. Inwieweit konnten Sie diese Dinge erar­bei­ten?

Wir arbeiten immer wieder an unserer Spiel­anlage. Wir brauchen neben unseren Auto­matis­men aber auch indi­vidu­elle Farb­tup­fer. Das ist natürlich ein Stück weit auch eine Frage der indi­vidu­ellen Klasse, und die kann man schlecht trai­nie­ren. Gabriel Fernandez ist so ein Mann, der Fantasie und Krea­tivität hat. Für sein Spiel braucht er aber viel Selbst­ver­trauen, um den Pass in die Spitze anzu­brin­gen.


Der TuS ist es gelungen, sich von den abstiegs­gefähr­deten Teams auch spie­lerisch zu distan­zie­ren. Was fehlt, um viel­leicht den einen oder anderen Großen mal zu ärgern?

Gegen Köln hatten wir sicher Pech, in Freiburg hätten wir die Partie fast noch gedreht. Gegen Gladbach war es eine klare Sache, obwohl wir spie­lerisch eigent­lich ganz gut mithalten konnten. Und im ersten Spiel in Mainz sind wir unter Wert geschla­gen worden, das haben wir total verpennt. Aber dass wir nur gegen die ersten Vier und in St. Pauli verloren haben, ist eigent­lich positiv. Das zeigt, dass die Mann­schaft im Rahmen ihrer Mög­lich­kei­ten das rausholt, was raus­zuho­len ist. Die ersten Vier sind uns noch sicher etwas voraus, aber wir hatten gegen alle anderen eine Chance und haben das auch umgesetzt.


Fehlt der TuS viel­leicht einfach nur ein 15-Tore-Stürmer?

Schwer zu sagen. Tatsache ist, dass die Vereine, die oben stehen, einen mehr als doppelt so hohen Etat haben, und das schlägt sich nieder. Ohne dass ich meinen Spielern zu nahe treten will, aber die Top-Clubs haben eben auch mehr Qualität in der Breite und der Spitze. Wenn ich nur an Köln mit Novakovic und Helmes denke. Oder an die Glad­bacher, die Oliver Neuville, Rob Friend und Sascha Rösler haben. Und Mainz hat ja fast auch eine Bun­des­liga­mann­schaft. Diese Vereine haben nicht nur Tradition, sondern auch Potenzial. Für uns ist wichtig, dass wir gegen die Mann­schaf­ten im mittleren und hinteren Bereich punkten. Man muss uns einfach ein bisschen Zeit geben, wir haben einen großen Umbruch hinter uns.


Der all­gemeine Tenor ist, dass die TuS in der Hinrunde zumindest drei Punkte lie­gen­gelas­sen hat. Was stimmt Sie zuver­sicht­lich, dass es in der Rest­sai­son anders läuft?

Wir hatten das Pech, dass wir nicht zwei Spiele in Folge gewonnen haben. Das gibt schon viel Selbst­ver­trauen. Man hat es ja zum Beispiel im April gesehen, als sich durch eine Mini-Serie im Kampf gegen den Abstieg eine Eigen­dyna­mik ent­wickelt hat. Das ist uns in der Hinrunde nicht gelungen, wir haben immer wieder einen Rück­schlag bekommen. Dadurch hatten wir immer wieder Druck­situa­tio­nen, und das letzte Fünkchen Selbst­ver­trauen hat viel­leicht gefehlt.


Wie viele andere Vereine hat auch die TuS eine Multi-Kulti-Truppe. Hat sich aus Ihrer Sicht dennoch so etwas wie ein Mann­schafts­geist ent­wickelt?

Ja - aber ich musste natürlich am Anfang ein paar Mal durch­grei­fen, das war unab­ding­bar. Da mache ich auch keinen Halt vor Namen. Die Gruppe muss einfach spüren, dass Gerech­tig­keit da ist. Und wenn zum Beispiel ein Fatmir Vata in der Woche vor dem St.-Pauli-Spiel dreimal zu spät kommt, dann wird er eben aus dem Kader genommen. Fußball ist ein Teamsport, in dem jeder die Regeln zu akzep­tie­ren hat. Der eine oder andere Spieler war früher mehr Frei­hei­ten gewohnt, man könnte auch sagen Undis­zipli­niert­hei­ten. Ich denke, dass alle gelernt haben, dass wir relativ eng führen. Wenn es dann gar nicht ging wie im Fall von Dragan Bogavac, dann mussten wir ihn abgeben.


Sie sprechen das Thema an. Neben Bogavac haben Geschäfts­füh­rer Hermann ***** und Kenan Sahin nach ihrem Weggang verbal nach­getre­ten. Wie gehen Sie mit diesen Dingen um?

Im Fall von Sahin kann ich das überhaupt nicht verstehen, denn ich habe in Düs­sel­dorf sogar ein gutes Wort für ihn eingelegt. Ich freue mich für ihn, es hat hier eben nicht gepasst. Nach­kar­ten ist grundsätz­lich nicht mein Ding. Ich kann nur soviel sagen: dass nicht nur ich froh bin, dass Bogavac weg ist. Ego­zen­trik, Selbst­dar­stel­lung, keine Kri­tik­fähig­keit - das sind Attribute, die gehen nicht. Es ist mir nicht egal, wenn solche Spieler nachtre­ten, aber das kann ich einordnen.


Seit Dezember hat die TuS mit Rüdiger Ster­zen­bach einen neuen Geschäfts­füh­rer. Wie muss man sich die Auf­gaben­tei­lung vor­stel­len, und wie läuft die Zusam­men­arbeit?

Herr Ster­zen­bach muss zunächst einmal den Scher­ben­hau­fen aufkehren, den Hermann ***** im wirt­schaft­lichen Bereich hin­ter­las­sen hat. Im sport­lichen Bereich ist alles in Ordnung. Herr Ster­zen­bach muss jetzt mit einem relativ rigiden Kurs sparen, und das tut er auch. Man muss eben nur aufpassen, dass man nicht am falschen Ende spart und dadurch irgend­wel­che Bau­stel­len aufmacht.


Wo steht die TuS am Sai­son­ende?

Wir werden auf jeden Fall unser Klas­sen­ziel, sprich den Klas­sen­ver­bleib, schaffen. ich bin auch fest davon überzeugt, dass wir im Mai eine relativ gefes­tigte Mann­schaft haben werden, die dann guten Mutes in die nächste schwere Saison gehen kann und dafür sorgen wird, dass sich die TuS zumindest in der Zweiten Liga etabliert.

Das Gespräch führte Sven Sabock

Quelle: RZ-Online - http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/tus-1.html
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