chris Admin


Anmeldedatum: 13.10.2006 Beiträge: 6811 Wohnort: Koblenz-Güls
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Verfasst am: 01.02.2008, 12:36 Titel: Rapolder: Wissen jetzt mehr als im Sommer |
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TuS-Trainer sieht mehr Variabilität in der Offensive
Rapolder: Wissen jetzt mehr als im Sommer
Bad Bertrich - Am Sonntag wird es für Zweitligist TuS Koblenz wieder ernst. Nach sechs Wochen Winterpause steht für die Mannschaft vonTrainer Uwe Rapolder gleich das Rheinland-Pfalz-Derby gegen den FSV Mainz 05 auf dem Programm. Im Interview mit unserer Zeitung beleuchtet Rapolder die sportliche Situation - und erklärt, warum er in der Hinrunde in seinem Kader zwischenzeitlich zu erzieherischen Maßnahmen greifen musste.
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Vorsichtiger Blick nach oben: Vor dem Rückrundenauftakt der Zweiten Liga ist TuS-Trainer Uwe Rapolder guter Dinge, den Verein im Profi-Fußball zu etablieren - er warnt aber auch vor einer überzogenen Erwartungshaltung.
Die Arbeit ist getan. Nach neun Tagen in Bad Bertrich dürfen die Fußballer von TuS Koblenz heute noch einmal die Füße hochlegen, ehe mit der Partie gegen Mainz 05 am Sonntag um 14 Uhr die Rückrunde beginnt. Im Interview mit unserer Zeitung ist TuS-Trainer Uwe Rapolder guter Dinge, dass seine Mannschaft in der Restsaison den Aufwärtstrend fortsetzen kann - ungeachtet der zwischenzeitlichen Turbulenzen abseits des Platzes.
Die Vorbereitung ist fast zu Ende. Herr Rapolder, was hat Ihnen in den vergangenen vier Wochen gut gefallen, was weniger?
Gut gefallen hat mir, dass wir in Deutschland geblieben sind und normal trainieren konnten. Erfreulich ist auch, dass wir wenige Verletzungen hatten. Der Muskelfaserriss von Goran Sukalo rührt ja noch aus der Hinrunde. Außer ihm und Tayfun Pektürk, der noch etwas geschont wird, stehen mir am Sonntag alle Spieler zur Verfügung.
Gibt es Spieler, die sich zuletzt besonders hervorgetan haben?
Ich denke, dass Manuel Hartmann noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht hat. Ihm hat die Pause gutgetan. Er zeigt sich hier mit einem guten Selbstverständnis und einer sehr guten Körpersprache - das ist sehr positiv. Daneben ist Du-Ri Cha rechts hinten auf einem guten Weg.
Allem Anschein nach sind die Winter-Neuzugänge Gabriel Fernandez und Njazi Kuqi schnell ins System integriert worden. Sind die beiden schon eine Option?
Beide haben sich in der Kürze der Zeit gut integriert. Beide sind auch von der Einstellung und dem Charakter her einwandfrei - sie haben sich auch neben dem Platz gut in die Gruppe eingefügt. Ich muss jetzt sehen, wie ich sie am sinnvollsten einsetze. Kuqi hat mit dem Rücken zum Tor seine Stärken und soll Bälle halten, damit die anderen nachrücken können und wir über Flanken zum Abschluss kommen. Fernandez ist ein Mann für die Pässe in die Spitze, einer für die überraschenden Momente. Er hat schon sehr gute Ansätze gezeigt, wobei er manchmal Ideen hat, auf die die anderen gar nicht eingehen. Beide bringen den Willen mit, der Mannschaft zu helfen, das ist das Entscheidende.
Gibt es im Hinblick auf das Mainz-Spiel noch Dinge, die Ihnen Kopfzerbrechen bereiten, oder gehen Sie eher gelassen an das Spiel heran?
Ich bin eigentlich recht gelassen. Wir wissen jetzt mehr als im Sommer, als die Mannschaft fast komplett neu war. Wir hatten einen großen Umbruch, den wir relativ stabil gemeistert haben. In den letzten Spielen vor Weihnachten haben wir vor allem defensiv gut gestanden. Diese Stabilität müssen wir beibehalten und darüber hinaus mehr Torgefahr entwickeln - und da hoffe ich eben auf die beiden neuen Spieler, dass sie durch ihr Potenzial unsere Palette in der Offensive erweitern. Zum Beispiel mehr körperliche Präsenz oder mehr Konsequenz im Abschluss. Und dann gibt es vorne ja auch noch Daham oder Vata, sodass die Mannschaft an Qualität gewonnen haben müsste.
Sie hatten nach der Hinrunde gefordert, dass die TuS besser zum Abschluss kommen muss. Inwieweit konnten Sie diese Dinge erarbeiten?
Wir arbeiten immer wieder an unserer Spielanlage. Wir brauchen neben unseren Automatismen aber auch individuelle Farbtupfer. Das ist natürlich ein Stück weit auch eine Frage der individuellen Klasse, und die kann man schlecht trainieren. Gabriel Fernandez ist so ein Mann, der Fantasie und Kreativität hat. Für sein Spiel braucht er aber viel Selbstvertrauen, um den Pass in die Spitze anzubringen.
Der TuS ist es gelungen, sich von den abstiegsgefährdeten Teams auch spielerisch zu distanzieren. Was fehlt, um vielleicht den einen oder anderen Großen mal zu ärgern?
Gegen Köln hatten wir sicher Pech, in Freiburg hätten wir die Partie fast noch gedreht. Gegen Gladbach war es eine klare Sache, obwohl wir spielerisch eigentlich ganz gut mithalten konnten. Und im ersten Spiel in Mainz sind wir unter Wert geschlagen worden, das haben wir total verpennt. Aber dass wir nur gegen die ersten Vier und in St. Pauli verloren haben, ist eigentlich positiv. Das zeigt, dass die Mannschaft im Rahmen ihrer Möglichkeiten das rausholt, was rauszuholen ist. Die ersten Vier sind uns noch sicher etwas voraus, aber wir hatten gegen alle anderen eine Chance und haben das auch umgesetzt.
Fehlt der TuS vielleicht einfach nur ein 15-Tore-Stürmer?
Schwer zu sagen. Tatsache ist, dass die Vereine, die oben stehen, einen mehr als doppelt so hohen Etat haben, und das schlägt sich nieder. Ohne dass ich meinen Spielern zu nahe treten will, aber die Top-Clubs haben eben auch mehr Qualität in der Breite und der Spitze. Wenn ich nur an Köln mit Novakovic und Helmes denke. Oder an die Gladbacher, die Oliver Neuville, Rob Friend und Sascha Rösler haben. Und Mainz hat ja fast auch eine Bundesligamannschaft. Diese Vereine haben nicht nur Tradition, sondern auch Potenzial. Für uns ist wichtig, dass wir gegen die Mannschaften im mittleren und hinteren Bereich punkten. Man muss uns einfach ein bisschen Zeit geben, wir haben einen großen Umbruch hinter uns.
Der allgemeine Tenor ist, dass die TuS in der Hinrunde zumindest drei Punkte liegengelassen hat. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass es in der Restsaison anders läuft?
Wir hatten das Pech, dass wir nicht zwei Spiele in Folge gewonnen haben. Das gibt schon viel Selbstvertrauen. Man hat es ja zum Beispiel im April gesehen, als sich durch eine Mini-Serie im Kampf gegen den Abstieg eine Eigendynamik entwickelt hat. Das ist uns in der Hinrunde nicht gelungen, wir haben immer wieder einen Rückschlag bekommen. Dadurch hatten wir immer wieder Drucksituationen, und das letzte Fünkchen Selbstvertrauen hat vielleicht gefehlt.
Wie viele andere Vereine hat auch die TuS eine Multi-Kulti-Truppe. Hat sich aus Ihrer Sicht dennoch so etwas wie ein Mannschaftsgeist entwickelt?
Ja - aber ich musste natürlich am Anfang ein paar Mal durchgreifen, das war unabdingbar. Da mache ich auch keinen Halt vor Namen. Die Gruppe muss einfach spüren, dass Gerechtigkeit da ist. Und wenn zum Beispiel ein Fatmir Vata in der Woche vor dem St.-Pauli-Spiel dreimal zu spät kommt, dann wird er eben aus dem Kader genommen. Fußball ist ein Teamsport, in dem jeder die Regeln zu akzeptieren hat. Der eine oder andere Spieler war früher mehr Freiheiten gewohnt, man könnte auch sagen Undiszipliniertheiten. Ich denke, dass alle gelernt haben, dass wir relativ eng führen. Wenn es dann gar nicht ging wie im Fall von Dragan Bogavac, dann mussten wir ihn abgeben.
Sie sprechen das Thema an. Neben Bogavac haben Geschäftsführer Hermann ***** und Kenan Sahin nach ihrem Weggang verbal nachgetreten. Wie gehen Sie mit diesen Dingen um?
Im Fall von Sahin kann ich das überhaupt nicht verstehen, denn ich habe in Düsseldorf sogar ein gutes Wort für ihn eingelegt. Ich freue mich für ihn, es hat hier eben nicht gepasst. Nachkarten ist grundsätzlich nicht mein Ding. Ich kann nur soviel sagen: dass nicht nur ich froh bin, dass Bogavac weg ist. Egozentrik, Selbstdarstellung, keine Kritikfähigkeit - das sind Attribute, die gehen nicht. Es ist mir nicht egal, wenn solche Spieler nachtreten, aber das kann ich einordnen.
Seit Dezember hat die TuS mit Rüdiger Sterzenbach einen neuen Geschäftsführer. Wie muss man sich die Aufgabenteilung vorstellen, und wie läuft die Zusammenarbeit?
Herr Sterzenbach muss zunächst einmal den Scherbenhaufen aufkehren, den Hermann ***** im wirtschaftlichen Bereich hinterlassen hat. Im sportlichen Bereich ist alles in Ordnung. Herr Sterzenbach muss jetzt mit einem relativ rigiden Kurs sparen, und das tut er auch. Man muss eben nur aufpassen, dass man nicht am falschen Ende spart und dadurch irgendwelche Baustellen aufmacht.
Wo steht die TuS am Saisonende?
Wir werden auf jeden Fall unser Klassenziel, sprich den Klassenverbleib, schaffen. ich bin auch fest davon überzeugt, dass wir im Mai eine relativ gefestigte Mannschaft haben werden, die dann guten Mutes in die nächste schwere Saison gehen kann und dafür sorgen wird, dass sich die TuS zumindest in der Zweiten Liga etabliert.
Das Gespräch führte Sven Sabock
Quelle: RZ-Online - http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/tus-1.html |
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