chris Admin


Anmeldedatum: 13.10.2006 Beiträge: 6811 Wohnort: Koblenz-Güls
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Verfasst am: 11.01.2008, 10:08 Titel: Njazi Kuqi nimmt neuen Anlauf |
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Winter-Zugang soll im Angriff Räume schaffen
Njazi Kuqi nimmt neuen Anlauf
Koblenz - Mit der Verpflichtung von Njazi Kuqi hat sich Fußball-Zweitligist TuS Koblenz mehr taktische Optionen im Angriff verschafft. Ganz nebenbei hat der kantige Stürmer einen interessanten Lebenslauf vorzuweisen.
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Wo die 22 draufsteht, ist nicht immer die 22 drin: In der Dienstkleidung von Du-Ri Cha absolvierte TuS-Neuzugang Njazi Kuqi (rechts) beim Trainingsauftakt die Laufeinheiten.
In Deutsch reicht es bislang nur für ein paar Worte, ansonsten ist Njazi Kuqi in etlichen Sprachen bewandert. Serbokroatisch, Finnisch und Englisch - alles kein Problem für den 24-Jährigen, der seit dieser Woche zur Belegschaft des Fußball-Zweitligisten TuS Koblenz gehört. Der Grund dafür ist vergleichsweise simpel: Über das Kosovo hat es ihn samt Familie nach Helsinki gezogen, ehe er über England, die Niederlande und Thüringen nun in Koblenz gelandet ist. Keine Frage, der Mann hat trotz seiner noch jungen Jahre schon einiges erlebt.
Geht es nach Kuqi, sollen nun auch die Deutschkenntnisse merklich besser werden. Sein Vertrag bei der TuS gilt vorerst bis zum 30. Juni 2009, ehe sich beide Parteien per Option über eine weitere Zusammenarbeit einigen können. Eine Entscheidung, die sich alle Beteiligten offenbar reiflich überlegt hatten. TuS-Trainer Uwe Rapolder hat den langen Schlaks gleich zweimal über mehrere Wochen in Augenschein genommen, auch Kuqi selbst wollte sich nach eigener Aussage nicht vorzeitig an einen neuen Club binden. "Denn nachdem es zuletzt in Jena nicht so gut für mich gelaufen ist, wollte ich jetzt keinen Fehler machen." In der Tat war die Zeit beim Koblenzer Liga-Konkurrenten nicht besonders erquicklich, der Angreifer wurde dort in die zweite Mannschaft in die Oberliga versetzt, ehe er seit Sommer bei diversen Clubs in Europa vorstellig geworden war.
Trainer und Schützling guter Dinge
Sowohl Rapolder als auch sein neuer Schützling sind guter Dinge, dass die Karriere nach dem zwischenzeitlichen Knick nun wieder einen Aufschwung erfährt. Schließlich hat Kuqi schon bewiesen, dass er auf gehobenem Niveau Fußball spielen kann. Dem englischen Erstligisten waren die Dienste des Finnen im Jahr 2004 immerhin 500.000 Euro Ablöse an den FC Lahti wert, zudem hat er bereits zwei Länderspiele für die Nordländer absolviert. Anders als seinem älteren Bruder Shevki, der seit Jahren in der Premier League sein Geld verdient, ist Njazi der Durchbruch auf der Insel verwehrt geblieben. Von Birmingham ging es zum FC Blackpool und Peterborough United, anschließend verschlug es ihn nach Holland zum FC Groningen.
Vielleicht ist es auch die Art des englischen Fußballs, die Kuqi nicht behagt hat. Eigentlich erstaunlich, denn aufgrund seiner Statur ist er wie geschaffen für den Hoch- und Weit-Fußball, der dort immer noch weit verbreitet ist. "Ich liebe es aber mehr, wenn eine Mannschaft eher spielerisch auftritt", sagt der Angreifer. Nun ist Kuqi nicht eben der Typ, der über Eins-gegen-Eins-Situationen zum Abschluss kommt und obendrein ein filigraner Fußballer ist. Aber dafür hat ihn Rapolder auch gar nicht geholt, Edel-Kicker gibt's schließlich genug bei der TuS.
Nein, Kuqi ist vielmehr ein Typ wie die Ex-Koblenzer Dmitrijus Guscinas oder Stefan Maierhofer. Jemand, der seinen Körper geschickt einsetzt, um damit Räume für die Kollegen zu schaffen. Im Fußballerjargon sprich man mitunter auch von einem "Wandspieler", der vor allem mit dem Rücken zum Tor operiert. Nicht zu vergessen die Kopfballstärke, die gerade bei Standards zum Faktor werden kann. "Er muss jetzt sehen, dass er sich heranarbeitet", sagt der Coach, der Kuqi großen Trainingsfleiß attestiert. Obendrein, und auch das ist nicht unwichtig, lobt Rapolder den Charakter des 1,92-Meter-Mannes.
"Ich will jetzt schnell auf 100 Prozent kommen"
Ob und wann er sich bei der TuS durchsetzt, wird nicht zuletzt von seiner körperlichen Fitness abhängen. "Ich will jetzt schnell auf 100 Prozent kommen, dann werde ich sicher auch meine Spielanteile bekommen", nimmt der Neu-Koblenzer mit gesundem Selbstvertrauen die Herausforderung an. Am Mittwoch, beim 1:0 der TuS in Bonn, blieb ihm übrigens sein erster Treffer nur knapp verwehrt. Nach der Pause klatschte ein Kopfball an die Latte, zudem ging ein Schuss knapp vorbei. Aber richtig ernst wird es ja ohnehin erst am 3. Februar gegen Mainz 05.
Sven Sabock - Foto: Thomas Frey
Quelle: RZ-Online - http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/tus-1.html |
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