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Njazi Kuqi nimmt neuen Anlauf

 
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chris
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BeitragVerfasst am: 11.01.2008, 10:08    Titel: Njazi Kuqi nimmt neuen Anlauf Antworten mit Zitat

Winter-Zugang soll im Angriff Räume schaffen

Njazi Kuqi nimmt neuen Anlauf

Koblenz - Mit der Ver­pflich­tung von Njazi Kuqi hat sich Fußball-Zweit­ligist TuS Koblenz mehr taktische Optionen im Angriff ver­schafft. Ganz nebenbei hat der kantige Stürmer einen inter­essan­ten Lebens­lauf vor­zuwei­sen.

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Wo die 22 drauf­steht, ist nicht immer die 22 drin: In der Dienst­klei­dung von Du-Ri Cha absol­vierte TuS-Neuzugang Njazi Kuqi (rechts) beim Trai­nings­auf­takt die Lauf­ein­hei­ten.

In Deutsch reicht es bislang nur für ein paar Worte, ansonsten ist Njazi Kuqi in etlichen Sprachen bewandert. Ser­bokroa­tisch, Finnisch und Englisch - alles kein Problem für den 24-Jährigen, der seit dieser Woche zur Beleg­schaft des Fußball-Zweit­ligis­ten TuS Koblenz gehört. Der Grund dafür ist ver­gleichs­weise simpel: Über das Kosovo hat es ihn samt Familie nach Helsinki gezogen, ehe er über England, die Nie­der­lande und Thüringen nun in Koblenz gelandet ist. Keine Frage, der Mann hat trotz seiner noch jungen Jahre schon einiges erlebt.

Geht es nach Kuqi, sollen nun auch die Deutsch­kennt­nisse merklich besser werden. Sein Vertrag bei der TuS gilt vorerst bis zum 30. Juni 2009, ehe sich beide Parteien per Option über eine weitere Zusam­men­arbeit einigen können. Eine Ent­schei­dung, die sich alle Betei­lig­ten offenbar reiflich überlegt hatten. TuS-Trainer Uwe Rapolder hat den langen Schlaks gleich zweimal über mehrere Wochen in Augen­schein genommen, auch Kuqi selbst wollte sich nach eigener Aussage nicht vorzeitig an einen neuen Club binden. "Denn nachdem es zuletzt in Jena nicht so gut für mich gelaufen ist, wollte ich jetzt keinen Fehler machen." In der Tat war die Zeit beim Koblenzer Liga-Kon­kur­ren­ten nicht besonders erquick­lich, der Angreifer wurde dort in die zweite Mann­schaft in die Oberliga versetzt, ehe er seit Sommer bei diversen Clubs in Europa vor­stel­lig geworden war.

Trainer und Schütz­ling guter Dinge

Sowohl Rapolder als auch sein neuer Schütz­ling sind guter Dinge, dass die Karriere nach dem zwi­schen­zeit­lichen Knick nun wieder einen Auf­schwung erfährt. Sch­ließ­lich hat Kuqi schon bewiesen, dass er auf gehobenem Niveau Fußball spielen kann. Dem eng­lischen Erst­ligis­ten waren die Dienste des Finnen im Jahr 2004 immerhin 500.000 Euro Ablöse an den FC Lahti wert, zudem hat er bereits zwei Län­der­spiele für die Nord­län­der absol­viert. Anders als seinem älteren Bruder Shevki, der seit Jahren in der Premier League sein Geld verdient, ist Njazi der Durch­bruch auf der Insel verwehrt geblieben. Von Bir­ming­ham ging es zum FC Blackpool und Peter­borough United, ansch­ließend verschlug es ihn nach Holland zum FC Groningen.

Viel­leicht ist es auch die Art des eng­lischen Fußballs, die Kuqi nicht behagt hat. Eigent­lich erstaun­lich, denn aufgrund seiner Statur ist er wie geschaf­fen für den Hoch- und Weit-Fußball, der dort immer noch weit ver­brei­tet ist. "Ich liebe es aber mehr, wenn eine Mann­schaft eher spie­lerisch auftritt", sagt der Angreifer. Nun ist Kuqi nicht eben der Typ, der über Eins-gegen-Eins-Situa­tio­nen zum Abschluss kommt und obendrein ein fili­gra­ner Fußballer ist. Aber dafür hat ihn Rapolder auch gar nicht geholt, Edel-Kicker gibt's schließ­lich genug bei der TuS.

Nein, Kuqi ist vielmehr ein Typ wie die Ex-Koblenzer Dmitrijus Guscinas oder Stefan Mai­erho­fer. Jemand, der seinen Körper geschickt einsetzt, um damit Räume für die Kollegen zu schaffen. Im Fuß­bal­ler­jar­gon sprich man mitunter auch von einem "Wand­spie­ler", der vor allem mit dem Rücken zum Tor operiert. Nicht zu vergessen die Kopf­ballstärke, die gerade bei Standards zum Faktor werden kann. "Er muss jetzt sehen, dass er sich her­anar­bei­tet", sagt der Coach, der Kuqi großen Trai­nings­fleiß attes­tiert. Obendrein, und auch das ist nicht unwichtig, lobt Rapolder den Charakter des 1,92-Meter-Mannes.

"Ich will jetzt schnell auf 100 Prozent kommen"

Ob und wann er sich bei der TuS durch­setzt, wird nicht zuletzt von seiner kör­per­lichen Fitness abhängen. "Ich will jetzt schnell auf 100 Prozent kommen, dann werde ich sicher auch meine Spie­lan­teile bekommen", nimmt der Neu-Koblenzer mit gesundem Selbst­ver­trauen die Her­aus­for­derung an. Am Mittwoch, beim 1:0 der TuS in Bonn, blieb ihm übrigens sein erster Treffer nur knapp verwehrt. Nach der Pause klatschte ein Kopfball an die Latte, zudem ging ein Schuss knapp vorbei. Aber richtig ernst wird es ja ohnehin erst am 3. Februar gegen Mainz 05.

Sven Sabock - Foto: Thomas Frey

Quelle: RZ-Online - http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/tus-1.html
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