Mika Alte Herren

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Verfasst am: 18.02.2008, 12:35 Titel: Kantiger Finne als Mutmacher |
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Kantiger Finne als Mutmacher
Njazi Kuqi erlöst die Fans von TuS Koblenz mit seinem Treffer gegen St. Pauli und gilt fortan als der neue Hoffnungsträger
Frust, Erleichterung und ein bisschen Ratlosigkeit. Nach dem 1:1 gegen den FC St. Pauli war die Gefühlslage im Lager von TuS Koblenz schwer einzuordnen. Zumindest Torschütze Njazi Kuqi hätte eigentlich rundum zufrieden sein können, aber auch beim Finnen hielt sich die Freude in Grenzen.
KOBLENZ. Vielleicht ist gerade er der Mann, den TuS Koblenz in den nächsten Wochen am ehesten braucht. Njazi Kuqi steht nicht eben für filigranen Fußball, aber der Finne ist mit einem Kämpferherz ausgestattet. Der 24-Jährige läuft, schuftet und wirft sich in die Zweikämpfe - ganz so, wie es im Abstiegskampf der Zweiten Liga verlangt wird. Nun ist die Mannschaft von TuS-Trainer Uwe Rapolder nach dem 1:1 gegen den FC St. Pauli zwar noch fünf Punkte vom ganz dicken Schlamassel entfernt, aber der Trend ist derzeit nicht der Freund der Koblenzer. Fünf Punkte aus den vergangenen sechs Spielen sind zu wenig, um sich nachhaltig von den Abstiegsrängen zu verabschieden, spätestens seit Freitagabend muss die TuS den Blick nach unten richten.
"Keine Frage, wir müssen zusehen, dass wir mal wieder ein Spiel gewinnen", sagte der Angreifer mit ernster Miene, obwohl gerade er allen Grund gehabt hätte, sich mit stolzgeschwellter Brust den Fragen zu stellen. Zweimal hatte er im Herbst bei der TuS vorgespielt, ehe er mit einem Vertrag und nun mit dem ersten Einsatz von Beginn an belohnt wurde. Die Trainingseindrücke unter der Woche hatten Coach Uwe Rapolder dazu bewegt, den kantigen Finnen zu bringen - eine richtige Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte. "Sein Auftritt macht durchaus Mut für die nächsten Wochen", gab's denn auch ein Lob von Rapolder für Kuqi, "schließlich haben wir auf der Neuner-Position nicht viele Alternativen."
Der neue Hoffnungsträger wird es gern vernommen haben, zumal er dem Koblenzer Spiel in der entscheidenden Phase der Saison neue Optionen verschafft. Statt gepflegtem Spiel über die Außenbahn, was zuletzt wenig Erfolg mit sich brachte, ist nun auch - je nach Spielsituation - die rustikalere Hoch- und Weit-Variante möglich. Nach vorne mit der Kugel auf Njazi Kuqi und hinterher, so ähnlich könnte fortan eine taktische Variante aussehen. Das ist zwar immer nicht schön anzuschauen - aber der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel.
Der Kopfballstärke von Kuqi hatten die Koblenzer dann letztlich auch das Unentschieden gegen St. Pauli zu verdanken, wobei der Winter-Neuzugang laut Rapolder vor allem verhindert hat, "dass jetzt im Umfeld die Unruhe zunimmt." In der Tat: Mit einer Niederlage im Rücken zum Derby nach Kaiserslautern zu fahren, wäre der nervlichen Verfassung nicht eben zuträglich gewesen. "Deshalb ist ein Punkt besser als gar nichts", fand Kuqi, der im gleichen Atemzug aber seinen beiden zuvor vergebenen Chancen nachtrauerte: "Ich hätte eigentlich schon vorher ein Tor machen müssen."
Dass er zwei Minuten vor dem Ende dann doch traf, wird vor allem bei Anel Dzaka für Erleichterung gesorgt haben. Kurz zuvor war der TuS-Kapitän nämlich frei vor dem Gäste-Gehäuse aufgetaucht, aber an Pauli-Torwart Patrik Borger gescheitert. "Ich wollte den Ball in die kurze Ecke schieben", erzählte Dzaka später, "tut mir Leid, dass ich nicht getroffen habe." Aber letztlich musste er sich trotz seines anhaltenden Pechs im Abschluss gar nicht entschuldigen, schließlich servierte er anschließend Kuqi den Ball maßgerecht auf den Kopf und leistete damit seinen Anteil am Punktgewinn. Vielleicht hatte es ja auch ein bisschen geholfen, dass ihm Rapolder unter der Woche bei einem Abendessen zugeredet hatte. "Ich wollte ihm den Druck nehmen", berichtete der Coach. "Er muss sich jetzt einfach nur mal befreien." Wenn das so einfach wäre ...
Quelle: Rhein-Zeitung |
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