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Für Rapolder zählt nur ein Sieg

 
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chris
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BeitragVerfasst am: 15.02.2008, 13:25    Titel: Für Rapolder zählt nur ein Sieg Antworten mit Zitat

Koblenz heute gegen Auf­stei­ger FC St. Pauli

Für Rapolder zählt nur ein Sieg

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Endlich mal wieder ein Tor erzielen: Das wünscht sich auch TuS-Angreifer Fatmir Vata (links, im Duell mit Augsburgs Ingo Hertzsch), der erst einen Treffer zu Buche stehen hat. Foto: Frey

Koblenz - Seit dem 28. Oktober und dem 1:0 gegen den VfL Osnabrück hat TuS Koblenz kein Heimspiel mehr gewonnen. Vor der heutigen Partie gegen den FC St. Pauli macht TuS-Trainer Uwe Rapolder deshalb deutlich, dass er endlich wieder einen "Dreier" auf dem Oberwerth einfahren will.

Nein, mit den Äuße­run­gen während der gestrigen Pres­sekon­ferenz hätte Uwe Rapolder mit Sicher­heit keine Chance, eine Stelle im diplo­mati­schen Korps zu ergattern. Aber das will der Trainer von TuS Koblenz auch gar nicht. Statt­des­sen hat er schon mal einen kurzen Einblick gegeben, wie die Mann­schafts­sit­zung mit seinem Kader vor der Partie gegen den FC St. Pauli aussehen dürfte. "Man kann darüber reden, wer links oder rechts spielt, aber das ist im Moment ziemlich zweit­ran­gig", begann der 49-Jährige seine Aus­führun­gen, ehe er schnell auf den Punkt kam: "Heute muss einfach ein Sieg her, ohne Wenn und Aber."

Der Imperativ in den Worten des Fußball-Lehrers ist ver­ständ­lich. Rapolder will unter allen Umständen vermeiden, dass sich die Koblenzer um den Lohn ihrer bis­heri­gen Leis­tun­gen bringen. Immer wieder ordent­lich bis gut zu spielen, aber letztlich nur mit einem Punkt den Platz zu verlassen, das nervt. Seit November geht das bei der TuS nun schon so, obendrein ist durch die vielen Unent­schie­den der Abstand auf die Abstiegsplätze auf vier Zähler zusam­men­geschmol­zen. Was längst noch kein Grund zur Panik ist, aber Rapolder will den Anfängen einer möglichen Krise wehren: "Die Spieler werden gut bezahlt, jetzt ist es an der Zeit, dass sie den Ball über die Linie drücken."

Das hört sich im ersten Moment nach einem Rund­umschlag an, dem in aller Regel auch etliche Spieler zum Opfer fallen. Nicht so bei der TuS, wo der Coach derzeit auch gar nicht die per­sonel­len Mög­lich­kei­ten hat, um tabula rasa zu machen. Und das liegt auch gar nicht im Interesse von Rapolder. "Man darf jetzt bei der Bewertung der Spieler nicht über­rea­gie­ren", sagt der Trainer wohl­wis­send, dass in seinem aus­gedünn­ten Kader jeder einzelne Akteur noch gebraucht wird.

Nein, Mut machen ist angesagt. Mehr Selbst­ver­trauen zu zeigen, mit mehr Ent­schlos­sen­heit zu Werke zu gehen. "Uns geht im Moment einfach die Sie­ger­men­talität ab", sagt der Trainer - ein Satz, den er wohl schon selbst nicht mehr hören kann.

Damit das Vokabular bald wieder ein anderes wird, fordert der Koblenzer Coach eine kol­lek­tive Anstren­gung seiner Schütz­linge. "Die Jungs müssen der Mann­schaft jetzt alles unter­ord­nen, Es geht einzig darum, dass sich wieder der Erfolg einstellt." Denn, und das ist eine Bin­sen­weis­heit im Sport: Durch Siege kann sich ebenso wie durch Nie­der­lagen eine Eigen­dyna­mik ent­wickeln, die sich bisweilen nur schwer erklären lässt.

Rapolders Dilemma: Viel kann er seiner Truppe gar nicht vorwerfen. Die Trai­nings­leis­tun­gen sind durch die Bank ordent­lich, bei den meisten TuS-Akteuren ist auch die Ein­stel­lung tadellos. Vier Gegen­tref­fer in den ver­gan­genen sieben Runden sind der beste Beleg für ein kon­zen­trier­tes Auftreten. Dass im gleichen Zeitraum nur acht Punkte her­aus­spran­gen, zeigt das Koblenzer Problem - der letzte Kick und wohl auch die letzte Qualität im Angriff fehlen.

Damit sich das Ganze nicht zu einem psy­cho­logi­schen Knacks ausweitet, sind in dieser Woche etliche Gespräche geführt worden. "Ich habe den Spielern meine Gedanken deutlich gemacht", so Rapolder absch­ließend, "jetzt muss die Antwort kommen." Soll heißen: Die TuS-Kicker sollen sich über Zwei­kämpfe und Dominanz in die 90 Minuten hin­ein­arbei­ten, damit am Ende mal wieder drei Punkte auf dem Konto stehen. Rapolder: "Die Jungs sollen mit dem Messer zwischen den Zähnen ins Spiel gehen." Statt Diplo­matie sind Taten gefragt.

Sven Sabock

Quelle: RZ-Online - http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/tus-1.html
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chris
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BeitragVerfasst am: 15.02.2008, 13:26    Titel: Antworten mit Zitat

Interview mit St. Paulis Trainer Holger Sta­nis­law­ski

Kiez-Kickern sind Klischees egal

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Er gibt die Richtung vor: Holger Stanislawski trainiert seit November 2006 den FC St. Pauli. Mit großem Erfolg: Der Aufsteiger hält in Liga zwei mit, steht auf Rang elf. Foto: Imago

Koblenz - Der Kultclub zu Gast im Stadion Oberwerth: Erstmals kommt heute der FC St. Pauli zu einem Punkt­spiel nach Koblenz.

Seit November 2006 trainiert Holger Sta­nis­law­ski mit André Trulsen den FC St. Pauli. Das Urgestein des Vereins führte die Hamburger in die Zweite Liga. Dort macht der etwas andere Club von sich reden: durch über­zeu­gende Leis­tun­gen und natürlich seine Fans. Der Trainer im Interview:

In den ver­gan­genen Monaten spielte St. Pauli zu Hause nur vor drei Tribünen, die mitt­ler­weile neue Süd­tribüne wurde im Zuge des Stadion-umbaus abge­ris­sen. Gegen Jena am vorigen Spieltag dienten Kel­lerräume eines nahen Hal­len­bades als Ersatz-Umkleide. Wie ist es, auf einer Baustelle zu spielen?

Das habe ich eigent­lich noch nie als großes Problem gesehen. Natürlich müssen wir während des Umbaus mit ein paar Ein­schrän­kun­gen leben. Aber wir haben gelernt, da immer wieder zu impro­visie­ren, und bei uns allen überwiegt die Vorfreude auf das tolle neue Stadion.

Derzeit macht St. Pauli mal wieder von sich reden. Die Fans wollen keine "Mil­lern­taler", ein bar­geld­loses Zah­lungs­sys­tem. Sie wittern "Pro­fit­gier". Auch der Verkauf des Sta­dion­namens ist umstrit­ten. Haben Sie Ver­ständ­nis dafür oder hindert das den Verein daran, sich im Geschäft Pro­fifuß­ball zu eta­blie­ren?

Von beidem ein bisschen. In der heutigen Zeit kann man sich wirt­schaft­lichen Ent­wick­lun­gen nicht prin­zipi­ell ver­schließen, wenn man lang­fris­tig kon­kur­renz­fähig bleiben will. Aber gerade der Sta­dion­name ist ein sehr sensibles Thema. Das Mil­lern­tor gehört einfach zum FC St. Pauli, und ich kann die Bedenken unserer Fans da gut nach­voll­zie­hen.

Nach dem 2:2 gegen den Tabel­len­letz­ten Jena sagten Sie, dass Sie "lieber 0:4 verlieren", als Angst­hasen-Fußball sehen zu müssen. War das Ihr ernst?

Wir nehmen uns immer vor, mutig nach vorn zu spielen und so gut es geht dem Gegner unser Spiel auf­zuzwän­gen. Wenn wir dann an einem besseren Gegner scheitern, wir uns aber kämp­ferisch nichts vor­zuwer­fen haben, kann ich damit leben. Aber gegen Jena war das zu wenig.

Sie selbst haben für St. Pauli 260 Pflicht­spiele bestrit­ten. Als Auf­stiegs­trai­ner sind Sie eine "Instanz" im Verein. Ist es schwierig, mit dem Kult um "Stani" umzugehen?

Einen Kult um meine Person empfinde ich gar nicht. Ich bin jetzt seit 1993 hier, habe in der Zeit alles miterlebt und iden­tifi­ziere mich zu 100 Prozent mit diesem Verein. Da ist es doch ganz natürlich, dass man sehr tief im Club ver­wur­zelt ist und auch so wahr­genom­men wird.

Freibeuter der Liga, Freu­den­haus der Liga, Kultclub, Welt­pokal­sie­ger­besie­ger: Können Sie diese Etiketten eigent­lich noch hören?

Das gehört in der heutigen Zeit eben dazu. Die Medien und die Zuschauer brauchen diese pola­risie­ren­den Beson­der­hei­ten offenbar, und ein Stück weit pro­fitie­ren wir ja auch davon. Diese Etiketten können wir eh nicht beein­flus­sen, und insofern denken wir darüber auch nicht großartig nach.

Als Auf­stei­ger stehen Sie mit Ihrem Team auf Rang elf. Wie zufrieden sind Sie damit und wo wollen Sie nach 34 Spiel­tagen stehen?

Der bisherige Sai­son­ver­lauf hat uns gezeigt, dass wir in dieser Liga gut mithalten können. Unser Ziel ist in dieser Spielzeit der Klas­sen­ver­bleib, und je früher wir den erreicht haben, desto besser. Trotzdem müssen wir uns weiter ver­bes­sern. Wir haben insgesamt zu viele Fehler gemacht und damit leicht­fer­tig Punkte ver­schenkt.

Wenn für St. Pauli alles ideal liefe, könnte durch einen Sieg in Koblenz der Abstand auf die Abstiegs­zone acht Punkte betragen. Ein Schlüs­sel­spiel?

Nein, so sehe ich das nicht. So platt es auch klingen mag, aber jedes Spiel ist für uns ein Schlüs­sel­spiel, und mit der ent­spre­chen­den Ein­stel­lung muss man da reingehen. Die Saison ist ja nach der heutigen Partie nicht zu Ende.

Wie bewerten Sie die TuS Koblenz?

Ich schätze die Arbeit von Uwe Rapolder sehr. Koblenz ist eine gut orga­nisierte Mann­schaft mit einer klaren Spie­laus­rich­tung. Schon im Hinspiel haben wir uns sehr schwer getan. Ich hätte der TuS vor der Saison zugetraut, noch weiter oben mit­zuspie­len, aber ähnlich wie der FC St. Pauli hat auch Koblenz einige Punkte lie­gen­las­sen.

Das Gespräch führte Holger Schleper

Quelle: RZ-Online - http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/tus-2.html
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