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chris Admin


Anmeldedatum: 13.10.2006 Beiträge: 6811 Wohnort: Koblenz-Güls
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Verfasst am: 15.02.2008, 13:25 Titel: Für Rapolder zählt nur ein Sieg |
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Koblenz heute gegen Aufsteiger FC St. Pauli
Für Rapolder zählt nur ein Sieg
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Endlich mal wieder ein Tor erzielen: Das wünscht sich auch TuS-Angreifer Fatmir Vata (links, im Duell mit Augsburgs Ingo Hertzsch), der erst einen Treffer zu Buche stehen hat. Foto: Frey
Koblenz - Seit dem 28. Oktober und dem 1:0 gegen den VfL Osnabrück hat TuS Koblenz kein Heimspiel mehr gewonnen. Vor der heutigen Partie gegen den FC St. Pauli macht TuS-Trainer Uwe Rapolder deshalb deutlich, dass er endlich wieder einen "Dreier" auf dem Oberwerth einfahren will.
Nein, mit den Äußerungen während der gestrigen Pressekonferenz hätte Uwe Rapolder mit Sicherheit keine Chance, eine Stelle im diplomatischen Korps zu ergattern. Aber das will der Trainer von TuS Koblenz auch gar nicht. Stattdessen hat er schon mal einen kurzen Einblick gegeben, wie die Mannschaftssitzung mit seinem Kader vor der Partie gegen den FC St. Pauli aussehen dürfte. "Man kann darüber reden, wer links oder rechts spielt, aber das ist im Moment ziemlich zweitrangig", begann der 49-Jährige seine Ausführungen, ehe er schnell auf den Punkt kam: "Heute muss einfach ein Sieg her, ohne Wenn und Aber."
Der Imperativ in den Worten des Fußball-Lehrers ist verständlich. Rapolder will unter allen Umständen vermeiden, dass sich die Koblenzer um den Lohn ihrer bisherigen Leistungen bringen. Immer wieder ordentlich bis gut zu spielen, aber letztlich nur mit einem Punkt den Platz zu verlassen, das nervt. Seit November geht das bei der TuS nun schon so, obendrein ist durch die vielen Unentschieden der Abstand auf die Abstiegsplätze auf vier Zähler zusammengeschmolzen. Was längst noch kein Grund zur Panik ist, aber Rapolder will den Anfängen einer möglichen Krise wehren: "Die Spieler werden gut bezahlt, jetzt ist es an der Zeit, dass sie den Ball über die Linie drücken."
Das hört sich im ersten Moment nach einem Rundumschlag an, dem in aller Regel auch etliche Spieler zum Opfer fallen. Nicht so bei der TuS, wo der Coach derzeit auch gar nicht die personellen Möglichkeiten hat, um tabula rasa zu machen. Und das liegt auch gar nicht im Interesse von Rapolder. "Man darf jetzt bei der Bewertung der Spieler nicht überreagieren", sagt der Trainer wohlwissend, dass in seinem ausgedünnten Kader jeder einzelne Akteur noch gebraucht wird.
Nein, Mut machen ist angesagt. Mehr Selbstvertrauen zu zeigen, mit mehr Entschlossenheit zu Werke zu gehen. "Uns geht im Moment einfach die Siegermentalität ab", sagt der Trainer - ein Satz, den er wohl schon selbst nicht mehr hören kann.
Damit das Vokabular bald wieder ein anderes wird, fordert der Koblenzer Coach eine kollektive Anstrengung seiner Schützlinge. "Die Jungs müssen der Mannschaft jetzt alles unterordnen, Es geht einzig darum, dass sich wieder der Erfolg einstellt." Denn, und das ist eine Binsenweisheit im Sport: Durch Siege kann sich ebenso wie durch Niederlagen eine Eigendynamik entwickeln, die sich bisweilen nur schwer erklären lässt.
Rapolders Dilemma: Viel kann er seiner Truppe gar nicht vorwerfen. Die Trainingsleistungen sind durch die Bank ordentlich, bei den meisten TuS-Akteuren ist auch die Einstellung tadellos. Vier Gegentreffer in den vergangenen sieben Runden sind der beste Beleg für ein konzentriertes Auftreten. Dass im gleichen Zeitraum nur acht Punkte heraussprangen, zeigt das Koblenzer Problem - der letzte Kick und wohl auch die letzte Qualität im Angriff fehlen.
Damit sich das Ganze nicht zu einem psychologischen Knacks ausweitet, sind in dieser Woche etliche Gespräche geführt worden. "Ich habe den Spielern meine Gedanken deutlich gemacht", so Rapolder abschließend, "jetzt muss die Antwort kommen." Soll heißen: Die TuS-Kicker sollen sich über Zweikämpfe und Dominanz in die 90 Minuten hineinarbeiten, damit am Ende mal wieder drei Punkte auf dem Konto stehen. Rapolder: "Die Jungs sollen mit dem Messer zwischen den Zähnen ins Spiel gehen." Statt Diplomatie sind Taten gefragt.
Sven Sabock
Quelle: RZ-Online - http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/tus-1.html |
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chris Admin


Anmeldedatum: 13.10.2006 Beiträge: 6811 Wohnort: Koblenz-Güls
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Verfasst am: 15.02.2008, 13:26 Titel: |
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Interview mit St. Paulis Trainer Holger Stanislawski
Kiez-Kickern sind Klischees egal
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Er gibt die Richtung vor: Holger Stanislawski trainiert seit November 2006 den FC St. Pauli. Mit großem Erfolg: Der Aufsteiger hält in Liga zwei mit, steht auf Rang elf. Foto: Imago
Koblenz - Der Kultclub zu Gast im Stadion Oberwerth: Erstmals kommt heute der FC St. Pauli zu einem Punktspiel nach Koblenz.
Seit November 2006 trainiert Holger Stanislawski mit André Trulsen den FC St. Pauli. Das Urgestein des Vereins führte die Hamburger in die Zweite Liga. Dort macht der etwas andere Club von sich reden: durch überzeugende Leistungen und natürlich seine Fans. Der Trainer im Interview:
In den vergangenen Monaten spielte St. Pauli zu Hause nur vor drei Tribünen, die mittlerweile neue Südtribüne wurde im Zuge des Stadion-umbaus abgerissen. Gegen Jena am vorigen Spieltag dienten Kellerräume eines nahen Hallenbades als Ersatz-Umkleide. Wie ist es, auf einer Baustelle zu spielen?
Das habe ich eigentlich noch nie als großes Problem gesehen. Natürlich müssen wir während des Umbaus mit ein paar Einschränkungen leben. Aber wir haben gelernt, da immer wieder zu improvisieren, und bei uns allen überwiegt die Vorfreude auf das tolle neue Stadion.
Derzeit macht St. Pauli mal wieder von sich reden. Die Fans wollen keine "Millerntaler", ein bargeldloses Zahlungssystem. Sie wittern "Profitgier". Auch der Verkauf des Stadionnamens ist umstritten. Haben Sie Verständnis dafür oder hindert das den Verein daran, sich im Geschäft Profifußball zu etablieren?
Von beidem ein bisschen. In der heutigen Zeit kann man sich wirtschaftlichen Entwicklungen nicht prinzipiell verschließen, wenn man langfristig konkurrenzfähig bleiben will. Aber gerade der Stadionname ist ein sehr sensibles Thema. Das Millerntor gehört einfach zum FC St. Pauli, und ich kann die Bedenken unserer Fans da gut nachvollziehen.
Nach dem 2:2 gegen den Tabellenletzten Jena sagten Sie, dass Sie "lieber 0:4 verlieren", als Angsthasen-Fußball sehen zu müssen. War das Ihr ernst?
Wir nehmen uns immer vor, mutig nach vorn zu spielen und so gut es geht dem Gegner unser Spiel aufzuzwängen. Wenn wir dann an einem besseren Gegner scheitern, wir uns aber kämpferisch nichts vorzuwerfen haben, kann ich damit leben. Aber gegen Jena war das zu wenig.
Sie selbst haben für St. Pauli 260 Pflichtspiele bestritten. Als Aufstiegstrainer sind Sie eine "Instanz" im Verein. Ist es schwierig, mit dem Kult um "Stani" umzugehen?
Einen Kult um meine Person empfinde ich gar nicht. Ich bin jetzt seit 1993 hier, habe in der Zeit alles miterlebt und identifiziere mich zu 100 Prozent mit diesem Verein. Da ist es doch ganz natürlich, dass man sehr tief im Club verwurzelt ist und auch so wahrgenommen wird.
Freibeuter der Liga, Freudenhaus der Liga, Kultclub, Weltpokalsiegerbesieger: Können Sie diese Etiketten eigentlich noch hören?
Das gehört in der heutigen Zeit eben dazu. Die Medien und die Zuschauer brauchen diese polarisierenden Besonderheiten offenbar, und ein Stück weit profitieren wir ja auch davon. Diese Etiketten können wir eh nicht beeinflussen, und insofern denken wir darüber auch nicht großartig nach.
Als Aufsteiger stehen Sie mit Ihrem Team auf Rang elf. Wie zufrieden sind Sie damit und wo wollen Sie nach 34 Spieltagen stehen?
Der bisherige Saisonverlauf hat uns gezeigt, dass wir in dieser Liga gut mithalten können. Unser Ziel ist in dieser Spielzeit der Klassenverbleib, und je früher wir den erreicht haben, desto besser. Trotzdem müssen wir uns weiter verbessern. Wir haben insgesamt zu viele Fehler gemacht und damit leichtfertig Punkte verschenkt.
Wenn für St. Pauli alles ideal liefe, könnte durch einen Sieg in Koblenz der Abstand auf die Abstiegszone acht Punkte betragen. Ein Schlüsselspiel?
Nein, so sehe ich das nicht. So platt es auch klingen mag, aber jedes Spiel ist für uns ein Schlüsselspiel, und mit der entsprechenden Einstellung muss man da reingehen. Die Saison ist ja nach der heutigen Partie nicht zu Ende.
Wie bewerten Sie die TuS Koblenz?
Ich schätze die Arbeit von Uwe Rapolder sehr. Koblenz ist eine gut organisierte Mannschaft mit einer klaren Spielausrichtung. Schon im Hinspiel haben wir uns sehr schwer getan. Ich hätte der TuS vor der Saison zugetraut, noch weiter oben mitzuspielen, aber ähnlich wie der FC St. Pauli hat auch Koblenz einige Punkte liegenlassen.
Das Gespräch führte Holger Schleper
Quelle: RZ-Online - http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/tus-2.html |
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