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Dr. Socrates Alterspräsident


Anmeldedatum: 17.10.2006 Beiträge: 8392 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 02.12.2009, 19:43 Titel: Docs literarischer Atzventzkalender |
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Gute Ideen sollten nachgeahmt werden. Also mach' ichs einfach. Zwei Kalendertürchen für heute (eins noch für gestern). Tipps, Zitate, Lustiges, Ernstes, eben alles was so geschrieben wird. Viel Spass.
Erstes Tipptürchen:
Gerhard Henschel
Kindheitsroman
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2004
Gebunden, 496 Seiten, 22,90 EUR
Bundesrepublik Deutschland (Koblenz-Horchheim und Vallendar!), 1964 bis 1975: Ein Kind erzählt aus seinem Leben, vom Sandkasten bis zur Pubertät, von den ersten Liebesperlen im Hinterhof bis zum Wunschtraum, der neue Eddy Merckx zu werden, der neue Mark Spitz, der neue Gerd Müller oder am besten alles auf einmal. Zur Feier seines siebten Geburtstags im April 1969 möchte Martin Schlosser gerne Tom Sawyer und Huckleberry Finn einladen, die er gut aus dem berühmten ZDF-Weihnachtsvierteiler kennt, aber daraus wird nichts, und auch sonst kommt vieles anders als geplant.
Und weils gerade dazu passt, die zweite Tür:
Gerhard Henschel
Jugendroman
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2009
Gebunden, 540 Seiten, 23,00 EUR
Martin Schlosser, der Held des Kindheits- und Jugendromans, bricht als Dreizehnjähriger in der emsländischen Kleinstadt Meppen zu neuen Abenteuern auf, im leuchtenden Sommer 1975, und sie führen ihn tief hinab in die Gräuel der Pubertät und in den Kampf mit einer Welt, die einfach nicht begreifen will, dass er es gut mit ihr meint: Er möchte für Deutschland Tore schießen und in einer großen Liebe die Erfüllung all seiner Träume finden. Ist das zu viel verlangt? Am Anfang sieht es ganz so aus, und am Ende erst recht...
Gruß Doc _________________ Nie wieder Faschismus!
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Glutaeus Maximus Im Kader der 1.

Anmeldedatum: 09.07.2009 Beiträge: 334
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Verfasst am: 02.12.2009, 21:41 Titel: |
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super idee! ich freu mich schon auf morgen  |
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Buddy Alte Herren

Anmeldedatum: 17.10.2006 Beiträge: 4811
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Verfasst am: 02.12.2009, 23:09 Titel: |
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Hey Doc, prima Idee! Bin gespannt, was in den kommenden Tagen noch kommt. Die "Kindheitsgeschichte" habe ich gelesen. Für mich als alter Eichendorff-Schüler und Horchheimer mit hohem Wiedererkennungswert. Zudem viele vergessene Episoden und Schmonzetten aus der guten alten Zeit.
Gruß, Jürgen |
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Bis zum bitteren Ende A-Jugend-Spieler

Anmeldedatum: 28.11.2006 Beiträge: 181
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Verfasst am: 03.12.2009, 09:46 Titel: |
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Buddy, Mägo, Doc,
obwohl in unserem kleinen Forum das ganze Jahr über eine festlich-besinnliche und vom weihnachtlichen Friedensgedanken geprägte Stimmung herrscht - was Ihr hier erdacht und umgesetzt habt, ist noch besser. Denn Kultur und der Sport im ursprünglichen Sinne kamen dort doch ein wenig zu kurz...
Also, klasse! Macht Spaß, und ich freu` mich immer drauf!
Gruß |
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Verfasst am: Titel: |
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Dr. Socrates Alterspräsident


Anmeldedatum: 17.10.2006 Beiträge: 8392 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 03.12.2009, 10:33 Titel: |
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Heute mal was interessantes zum Selbstlesen (Sport und Business):
"Real Madrid
Die Firma
Von Paul Ingendaay, Madrid
Wenn wir morgens aufwachen, liegen die Zeitungen, die sich mit unserem Klub beschäftigen, schon an den Kiosken Madrids. Männer auf dem Weg zur Arbeit legen einen Euro hin und nehmen sich die Blätter mit den roten Balkenbuchstaben auf der Titelseite mit in die Metro, den Bus, die Bars und Büros. Die frischen Nachrichten verbreiten sich in einer täglichen Auflage von einer halben Million, Sonntage eingeschlossen. Sie werden von Bauarbeitern gelesen und Taxifahrern, Bäckern und Computeringenieuren, von Schülern ebenso wie von Pensionären in Strickwesten.
Am späteren Nachmittag sind die öffentlich ausliegenden Zeitungen von Fettflecken gezeichnet, weil so viele Finger sie umblättern, die kurz vorher das Olivenöl vom Teller getupft haben. Auch spätabends sind sie noch aufzutreiben, während schon längst die Ausgabe des nächsten Tages im Kasten ist. Es ist egal, wir lesen alles, zu jeder Zeit. Wenn es um unseren Klub geht, baden wir in einem kontinuierlichen Nachrichtenstrom.
Unser Klub ist Real Madrid, offiziell der berühmteste Fußballverein des vergangenen Jahrhunderts und damit logischerweise des vergangenen Jahrtausends. Nehmen wir einen gewöhnlichen Tag, an dem weder ein Spiel ansteht noch ein Rekordtransfer zu melden ist. Selbst an einem solchen Tag bringt die Sportzeitung "Marca" über unseren Klub zehn volle Seiten. "As" tut dasselbe. Deshalb müssen auch die gewöhnlichen Tageszeitungen den Lesern eine tägliche Dosis Real Madrid liefern.
Wir erfahren, welcher Spieler gestern beim Training guter Laune war und wen es im linken Wadenmuskel gezwickt hat. Wir lesen die Bulletins der Vereinsärzte, betrachten ein Knie in Großaufnahme, an dem das bloße Auge nichts zu erkennen vermag, und lauschen den vorsichtigen Analysen des Trainers. Zwischendurch grübeln wir über einen Artikel im Feuilleton nach, in welchem der Chef der Kulturbeilage fragt, ob Real Madrid spielen wolle wie Shakespeare oder Echegaray. Sie werden sich fragen, wer Echegaray war. Genau darum geht es. Niemand, so der Chef der Kulturbeilage, dürfe spielen wollen wie Echegaray, der heute vergessene spanische Literaturnobelpreisträger von 1904. Unterhalb von Shakespeare machen wir es in unserem Klub nicht.
In den letzten Jahren allerdings sind unsere Gefühle für den Klub gestört, wenn nicht erschüttert worden. Uns wurde klar, dass aus unserem Klub eine Firma geworden ist. Wir lasen von verschwendeten Millionenbeträgen. Von Betrug bei der Präsidentenwahl. Manche von uns sehen darin ein notwendiges Übel und machen sich keine weiteren Gedanken darüber. Wir anderen jedoch fragen uns gelegentlich, ob die Firma, die so viele Angelegenheiten unseres Klubs lenkt, gut geführt ist.
Diese Frage ruft weitere Spekulationen hervor. Ist das Tor, das unser rechter Außenstürmer am letzten Wochenende erzielt hat, Ausdruck einer guten Firmenpolitik? Verdankt es sich der Motivation durch den Trainer? Oder hat unser Spieler einfach nur gut gefrühstückt? Seit wir um die vielfältigen Manöver der Firma wissen, sehen wir den Klub mit anderen Augen.
Der sichtbarste Repräsentant der Firma ist ihr Präsident. Er heißt Florentino Pérez. Der Madrider Bauunternehmer hat in seiner ersten Amtszeit, von 2000 bis 2006, den Kurs unseres Klubs bestimmt. Im Grunde hat Pérez uns überhaupt erst gelehrt - oder dazu verurteilt -, den Klub als Firma zu betrachten. Damals, als er sich zur Wahl stellte, versprach er den Vereinsmitgliedern, er werde einen großen Spieler mitbringen, wenn man ihn, Pérez, zum Präsidenten wähle. Und er hielt Wort. Florentino hält immer Wort. Im Sommer 2000 brachte er uns niemand Geringeren als Luis Figo, den Star unseres Erzrivalen FC Barcelona. Die Barça-Anhänger konnten sich nicht lassen vor Wut und verbrannten über Wochen hinweg alle Figo-Trikots, die sich in den katalanischen Provinzen auftreiben ließen. Die Sache drohte zu einem Umweltproblem zu werden. Wir dagegen lächelten und freuten uns auf die kommende Saison.
Zidane, Ronaldo, Beckham
Heute wissen wir, dass damals eine neue Zeitrechnung begann. Die Welt feierte den Beginn des dritten Jahrtausends, und unser Klub trat in die Ära der "Galaktischen" ein. Von nun an brachte uns Florentino, wie er in Madrid genannt wird, jedes Jahr einen großen Star, er mochte kosten, was er wollte. Der Präsident nahm einfach die Angel und fischte ihn sich vom Weltmarkt.
Es sah so einfach aus! 2001 verpflichtete er Zinédine Zidane, 2002 Ronaldo, den früheren, und 2003 David Beckham. Für die neue Einkaufspolitik unseres Klubs, die am liebsten die Megastars des Planeten mit billigen Fußballhandwerkern aus dem eigenen Nachwuchs kombinierte, namentlich in der Verteidigung, bürgerte sich der Ausdruck "Zidanes und Pavones" ein. Sie werden wissen wollen, wer Pavón war. Genau darum geht es. Niemand, so suggerierte der Chef der Firma, dürfe überhaupt noch nach Francisco Pavón fragen wollen.
Unter Firmengesichtspunkten war die Sache sorgfältig vorbereitet. Florentino hatte sich zum Ziel gesetzt, Manchester United als reichsten Verein der Welt von der Spitze zu verdrängen. Und es gelang ihm. Er revolutionierte die Art, den Fußball zu betrachten. Dafür brauchte er unseren Klub. Ja, sagte er uns, Fußball ist für die Fans Leidenschaft, Kampf und Schönheit, beim Fußball geht es um Pokale und Triumphe. Alles richtig. Doch Fußball ist auch Marketing. Sehr sogar. Die Weltstars, so Florentino, seien nicht teuer, wenn man sie als Marke begreife und an ihrem Markenwert partizipiere.
Florentinos lohnende Geschäfte
Und genau das tat Florentino, wenn er ihnen ein Nettojahresgehalt von sechs Millionen Euro gab. Zidane, Figo, Ronaldo und Beckham waren dafür vertraglich verpflichtet, der Firma die Hälfte ihrer Bildrechte abzutreten. Seitdem fließen von jedem Euro, den unsere Spitzenleute als Werbefiguren verdienen, fünfzig Cent in die Kassen der Firma. Kurz darauf verkaufte Florentino die Sportanlage unseres Klubs, befreite Real Madrid von seinen Schulden und ließ draußen am Flughafen ein neues, zehnmal so großes Trainingsgelände bauen.
Das Geschäft hat sich gelohnt. Die Stars unseres Klubs sind jetzt so gut abgeschirmt, wie es ihrem Marktwert entspricht. Den Parkplatz, auf dem ihre Luxusautos stehen, bekommen wir nicht einmal von ferne zu Gesicht. Auf Antrag dürfen Journalisten die erste Viertelstunde des Aufwärmtrainings beobachten. Dann, um 10.45 Uhr, werden wir von dem langen Aussichtsbalkon gescheucht, auf dem leicht zwanzig Fernsehkameras Platz finden, im Presseraum senkt sich ein Rollo herab, und für die nächsten beiden Stunden sieht kein Sterblicher mehr, was auf dem Trainingsplatz geschieht.
Jahresumsatz im letzten Jahrzehnt verdreifacht
Neulich waren wir da, in einer dieser kostbaren Viertelstunden, und sahen die Real-Spieler zur morgendlichen Übung auf den sonnenbeschienenen Platz traben. Manche waren tief in Gedanken versunken, andere plauderten und machten Späße. Unser Christoph Metzelder - unter Joachim Löw ist er Nationalspieler, in Madrid fast nur auf der Ersatzbank - wirkte ziemlich allein. Er steckt in einer sonderbaren Situation, denn er bekommt sein Millionengehalt allein fürs Fitbleiben. Erklärungen werden nicht gegeben. Im Hintergrund blinkten die vier neuen Wolkenkratzer im Herbstlicht, die genau dort stehen, wo sich früher das alte Trainingsgelände unseres Klubs befand.
Jeder dieser Türme, gebaut von Sir Norman Foster und anderen, ist zweihundertfünfzig Meter hoch, schon jetzt sind sie das neue Wahrzeichen des Madrider Finanzzentrums. Zugleich sind sie der konkrete Beweis dafür, was der Präsident der Firma zu bewegen vermag. Das alles war ja seine Idee. Florentinos größte Fähigkeit ist die konzentrierte Geldvermehrung. Laut Bilanz hat die Firma ihren Jahresumsatz seit der Saison 1999/2000 weit mehr als verdreifacht. Durchschnittlicher Zuwachs: 26 Prozent im Jahr. Marketing, Stadionnutzung und Fernsehrechte machen davon etwa je ein Drittel aus. Für jede dieser drei Positionen braucht die Firma ihre weltberühmten Zugpferde. Inzwischen haben wir einen hübschen Ausdruck dafür. Wir sagen: Die Spieler generieren Leidenschaft.
Das Universum der Stars
Vielleicht war die Verpflichtung David Beckhams, damals im Jahr 2003, die reinste Umsetzung dessen, was Florentino sich unter moderner Vermarktungsphilosophie vorstellt: den Fußballer als Popikone und Massenphänomen. Als er an einem frischen Sommertag vor vierhundert Journalisten präsentiert wurde, trug er die Rückennummer 23, die mythische Ziffer des amerikanischen Basketballspielers und Werbekönigs Michael Jordan.
Vor unseren Augen entstand eine neue Symbolik, ein disziplinen- und länderübergreifendes Universum der Stars. Unser betagter Ehrenpräsident Alfredo di Stéfano, der die größte Epoche in der Geschichte unseres Klubs verkörpert, hatte Beckham wenige Minuten zuvor das neue Trikot überreicht. "Becks" sollte spüren, was es bedeutet, im weißen Trikot zu spielen, im Klub von Puskas, Netzer, Butragueño, Raúl und Zidane. Am Vortag hatte er einen Vierjahresvertrag unterschrieben, der ihm 25 Millionen Euro garantierte.
Alle fanden, David Beckham sei als glänzender Geschäftsmann aufgetreten, ein Selbstdarsteller mit der Intuition für die richtigen Gesten. "Wie aus dem Lehrbuch", kommentierte einer der vier spanischen Fernsehsender, die das Ereignis live übertrugen. "Über diese Bilder werden wir noch lange sprechen." Und das taten wir wirklich. Selbst wir wussten ja: Jedes dieser Bilder bedeutete bares Geld. Seinem früheren Verein Manchester United, so hieß es, hatte Beckham in Ostasien siebzehn Millionen neue Abhänger beschert, eine Zahl, die sich direkt in den Kauf von Sportkleidung und Fanartikeln übersetzen ließ. Nun sollte er dasselbe für unseren Klub leisten.
Eben Pop
In den Wochen darauf gingen die neuen Hemden mit der Rückennummer 23 reißend weg. Beckham war der erste Real-Spieler mit der Ausstrahlung eines Popstars. Alle paar Monate überraschte er uns mit einer neuen Frisur. Es stimmt, dass wir seine Frau nicht mochten. Niemand in Madrid mochte die spindeldürre Victoria Beckham mit der missgelaunten Miene, die immer so tat, als sei sie nach Madrid verschleppt worden. Wir fragten uns, was ihr Mann an ihr fand. Überhaupt fragten wir uns viele Dinge, die nicht mehr unbedingt mit Fußball, sondern mit Mode und Lifestyle zu tun hatten. Unser Klub war von der Firma ununterscheidbar geworden. Vielleicht bestand darin Florentinos Sündenfall: den Anteil zu unterschätzen, den der reine Fußballsport an einem Fußballverein hat.
Denn sportlich endete Florentinos erste Amtszeit in einem Desaster. Nach dem neunten Champions-League-Gewinn im Jahr 2002 gegen Bayer Leverkusen und dem anschließenden Ligagewinn 2003 - also mit der Ankunft von David Beckham - sackte unsere millionenschwere Truppe in sich zusammen. Gerade, als wir dachten, wir könnten den Zweitausenderjahren den Madrider Stempel aufdrücken, gelang vierzig Monate lang gar nichts mehr - kein europäischer Pokal, kein Meistertitel, noch nicht einmal eine lausige Copa del Rey, jener chronisch vernachlässigte, ja verachtete spanische Pokalwettbewerb, in dem sich die grauen Mäuse der Primera División manchmal zu punktuellen Heldentaten aufschwingen.
Im Interregnum
Noch heute kratzen wir uns den Kopf und fragen uns, was da schiefgelaufen ist. Die besten Spieler der Welt, vorzeitig gealtert, ließen sich von hungrigeren Mannschaften den Schneid abkaufen. Im Februar 2006, nach drei verkorksten Jahren, zog Florentino die Konsequenz und trat zurück. Wir dachten, wir würden ihn nie wiedersehen. Bald darauf hängte auch Zidane die Fußballschuhe an den Nagel. Die Ära der "Galaktischen" war zu Ende.
Es folgte ein Interregnum, von dem man nicht zu sprechen braucht, es brachte uns Konfusion, mittelmäßigen Fußball und zwei Meistertitel, die wie Zufall wirkten und niemandem von uns genug waren. Unser Klub schien seinen Kurs verloren zu haben. Der zählbare Erfolg, er reicht uns einfach nicht. Sollen Griechen oder Italiener sich mit ermauerten Siegen zufriedengeben. Wir wollen schönen, phantasievollen Fußball mit vielen Toren sehen. Wir fordern nichts Geringeres als riskante, im Überschwang dargebotene Kunst. Dafür, aber auch nur dafür sind wir zu bedingungsloser Anbetung bereit. So sehr liegt uns das romantische Element im Blut, dass wir im Sommer 2007 nichts dabei fanden, als unser Trainer Fabio Capello, ein kühler Taktiker, unmittelbar nach einer gewonnenen Meisterschaft gefeuert wurde. Wir trauten ihm nicht mehr zu, unserer Mannschaft den Glanz zu geben, den Real Madrid aus historischen Gründen verdient hat.
Eingekaufte Stars
Dann kehrte Florentino Pérez zurück. Er sagte, es sei damals ein Fehler gewesen, das Handtuch zu werfen. Er hätte uns nicht alleinlassen dürfen. Er sei gekommen, um alles wieder in Ordnung zu bringen und uns in eine ruhmreiche Zukunft zu führen, wie sie Real Madrid zustehe. Was in diesen Tagen an Messianismus und Wunderglauben zu spüren war, überstieg alles bisher Dagewesene. "Präsident, lass uns nie wieder allein!" So scholl es ihm entgegen, als er vor seiner Designierung das Bad in der Menge suchte. Wir waren es nicht, die das riefen. Aber auch wir waren gerührt. Bei der Präsidentenwahl gab es keinen Gegenkandidaten.
Der Rest ist bekannt. Für neue Spieler flossen fast dreihundert Millionen Euro. Die Firma gab mehr Geld aus als die gesamte Bundesliga zusammen. Weil die Firma es so wollte, ist unser Klub wieder hoch verschuldet. Florentino sagt, das amortisiere sich alles. Die Erfolge stünden dicht bevor. Allein Cristiano Ronaldo hat 96 Millionen Euro Ablösesumme gekostet und sich in den teuersten Spieler des Planeten verwandelt.
Die Firma betont gern, kein Verein weit und breit habe mehr "Weltfußballer des Jahres" unter Vertrag gehabt als Real Madrid. Doch inzwischen stimmt es uns nachdenklich, dass kaum einer dieser Ehrentitel im Real-Trikot errungen wurde. Fast alle Großen kommen als gewesene Stars, nicht als zukünftige. Sie kommen, wie der große Zidane, in dem Augenblick zu uns, da ihr Stern schon sinkt. Zwar steckten in ihm noch eine Menge Tricks und das unsterbliche Tor im Endspiel gegen Bayer Leverkusen. Doch als ihn auf dem Spielfeld die Kräfte verließen, waren wir höflich und schauten zur Seite.
Wo ist der Stil der Mannschaft?
Kürzlich waren wir im Museum unseres Klubs und haben uns das Foto jenes Tors zum 2:1-Sieg noch einmal angesehen. Wie Zidane dort steht, das linke Schussbein weit gehoben, bereit, den von Roberto Carlos hereingegebenen Ball im nächsten Sekundenbruchteil in den gegnerischen Torwinkel zu schmettern, wurde uns klar, dass wir uns an das eingefrorene Bild erinnern, nicht an das Finale selbst. An den ikonenhaften Augenblick, nicht an jene Mannschaft, die keinen Stil hinterließ, der über die Summe ihrer individuellen Qualitäten hinausgereicht hätte.
Am Ende könnte es sein, dass wir an der Gabelung des Weges stehen. Wir wollen den Star, aber wir brauchen auch die Mannschaft. Was ist uns wichtiger? Die Firma kauft uns die größten Einzelkämpfer des Fußballs, doch was danach unter den elf Männern auf dem Platz geschieht, kontrolliert sie nicht. Zu schweigen von den fünfundzwanzig Männern beim Training. Sind wir, was wir sind, im Kollektiv? Oder erringen wir unsere Erfolge, weil wir die Besten unter den Guten ins Scheinwerferlicht stellen?
Trainer im Verschleiß
Ein kalter Schauer lief uns über den Rücken, als unser Klub neulich gegen den spanischen Drittligisten Alcorcón 0:4 verlor und "Marca" auf der Titelseite rabiat forderte, unser Trainer Manuel Pellegrini solle "endlich abhauen". Wieder einmal waren wir zum Gespött der Weltpresse geworden. Hilfesuchend blickten wir zur Firma hinüber. Aber auch die Firma wusste keine Antwort.
In den letzten sechs Jahren hat unser Klub neun Trainer verschlissen. Es gehört zu den Gesetzen der Branche, dass sie mit ansatzloser Ruppigkeit gefeuert werden, und meistens wissen die Zeitungen es früher als die Gefeuerten selbst. Später wird von ihnen erwartet, dass sie öffentlich erklären, Real Madrid sei ein großer Verein. Doch inzwischen haben wir den Verdacht: Wer sich groß dünkt, ist die Firma. Wir wissen nicht, wohin sie uns führen wird. Wir werden es bald sehen. Die Wochen der Entscheidung stehen bevor."
Gruß Doc _________________ Nie wieder Faschismus!
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Glutaeus Maximus Im Kader der 1.

Anmeldedatum: 09.07.2009 Beiträge: 334
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Verfasst am: 03.12.2009, 18:13 Titel: |
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Dr. Socrates Alterspräsident


Anmeldedatum: 17.10.2006 Beiträge: 8392 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 04.12.2009, 10:36 Titel: |
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Türchen Nummer 4:
Ein absolut wahnwitziges Werk über "The Who". Auf fast 1400 Seiten in drei Bänden beschreibt der Autor die Geschichte dieser Band.
www.the-who-bio.de/
Gruß Doc _________________ Nie wieder Faschismus!
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Dr. Socrates Alterspräsident


Anmeldedatum: 17.10.2006 Beiträge: 8392 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 04.12.2009, 21:52 Titel: |
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Aus Zeitgründen schon mal das Türchen für morgen. Aber auch erst MORGEN aufmachen!!!!!!
Für die Krimi-Fans empfehle ich mal meinen Lieblingsinspektor John Rebus. Geschrieben von Ian Rankin hat es Rebus auf insgesamt 17 Bände gebracht, die allermeisten sind schon als Taschenbuch erschienen. Für Schottland- insbesondere Edinburgh-Fans mit einem Hang zu komplexen und spannenden Kriminalstories sollte hier unbedingt was dabei sein. Sollte sich jemand interessieren, empfehle ich dringend, die Geschichten chronologisch zu lesen, da die Lebensgeschichte des eigenbrötlerischen Helden eine maßgebliche Rolle spielt. Deswegen hier die Site des Autor Ian Rankin. "Die Rebus-Krimis" anklicken und "chronologische Reihenfolge" wählen. Rankin hat noch einige andere Romane geschrieben.
http://www.ian-rankin.de/
Gruß Doc _________________ Nie wieder Faschismus!
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Dr. Socrates Alterspräsident


Anmeldedatum: 17.10.2006 Beiträge: 8392 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 06.12.2009, 10:55 Titel: |
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Heute kann ich Euch nicht den Blog "Fabulous St. Pauli" ersparen.
"Es ist Sankt Pauli hier! – TuS Koblenz vs. FC St. Pauli 1:5
2009 Dezember 5
von jekylla
Was soll ich denn jetzt zu diesem Spiel sagen?
Das war ein Schlachtfest. Nichts anderes. Marius Ebbers (10.), Max Kruse (27. und 55.), Florian Bruns (73., Foulelfmeter) und Rouwen Hennings (79.) und ein Ehrentreffer von Koblenz, der im Grunde kaum noch zur Kenntnis genommen wurde, weder von uns noch von den Koblenzern. Die Überlegenheit war so deutlich, dass man das Gefühl hatte, sie spielen wie Katzen mit den Mäusen. Ich kann mich zwischen den Torjubeln eigentlich auch nichts erinnern, das von Koblenzer Seite auch nur ansatzweise gefährlich aussah, die Jungs haben nach Belieben ausgetänzelt, ausgepasst, ausgeflankt und eigentlich sind die fünf Tore im Vergleich zu dem, was sie sonst noch liegengelassen haben, schon fast mager. Das war ein reines Debakel von Koblenz, sie haben mir schon fast leid getan. Die ersten zehn Minuten dienten zum Abchecken des Gegners und dann ging es ja schon gleich los. Unfassbar.
Leider begann die Auswärtsfahrt bei Ankunft im Stadion schon mit einer Horrormeldung. Jan aus Wiesbaden, den ich dort getroffen habe, war direkt daneben, als es passierte und erzählte:
Noch vor Spielbeginn versuchte ein St. Paulianer über einen Zaun vom Steh- in den Sitzbereich zu gelangen und stürzte dabei ca. 3 m tief ab. Sanitäter waren sehr schnell vor Ort, der (vermutlich ernsthaft) Verletzte wurde eine Weile behandelt, bevor er ins Krankenhaus abtransportiert werden konnte.
Das Spiel begann mit Verzögerung.
Später kam dann die Durchsage, dass er außer Lebensgefahr und stabil sei. Der nächste Behandlungsbedürftige lag schon an der Seite, mit Sanitätern drumrum, hier handelte es sich aber wohl um einen alkoholbedingten Spontanausfall.
Ich kann ohnehin nicht verstehen, wie man sich vor dem Spiel schon so die Kutte zuschütten kann/muss, dass man vom Spiel selbst mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts mehr mitbekommt oder halb ins Koma fällt.
Die DamenJungs von der Singing Area waren heute auf den Sitzplätzen zu finden. Nur böse Zungen würden behaupten, dass wegen zu erwartendem Regen die überdachten Sitzplätze die Wahl des Tages war, die anderen sagen, die Akkustik ist überdacht einfach besser
Tja, dieses Spiel knüpft nahtlos an die Auswärtsserie an, 24 Tore in 8 Spielen macht mehr als drei pro Spiel. Wer da ernsthaft noch eine Aufstiegschance abstreitet, muss bescheuert sein. Und was macht dieser Max Kruse für einen hervorragenden Eindruck! Von Ebbe erwartet man ja mittlerweile total arrogant schon die eine oder andere Bude. Und natürlich war auch Rouwen wieder am Start, diesmal selber und nicht mit Vorlage – dass mich das unglaublich freut als Hennings-Befürworter der ersten Leihrautenstunde, versteht sich von selbst.
Schade wärs aber irgendwie um Koblenz, jetzt auf dem Relegationsplatz. Ein Auswärtsspiel, bei dem Fans gemeinsam im Shuttlebus zum Stadion und zurück fahren, ein nichtspritfreies Auswärtsbier trinken kann und Team Green nur die Funktion von Wegweisern hat – mir täte es leid, wenn sie es nicht packen würden.
Die Koblenzer Fans waren auch nach der ersten halben Stunde trotz niedriger Erwartungen (in deren Forum sprach man schon von einem 0:4 oder 0:5) wie gelähmt, gehört hat man dann bloss noch uns. Um die 8.600 Zuschauer nur im Stadion Oberwerth, gefühlt 6.000 Sankt Paulianer. Richtung Spielende verliessen die Koblenzer in Scharen das Stadion, der Unmut war hör- und sichtbar.
Und bei uns? Wechselgesänge Steh und Sitz, breites Liedrepertoire und wo man hinsah, glückliche Gesichter. Just in diesem Moment habe ich meine tiefgefrorenen Füsse in Frankfurt beim 0:1 und das Offenbach-Debakel endgültig verziehen. Wunderbar! Ich liebe Auswärts!"
Gruß Doc, der Euch noch einen schönen Nikolov wünscht _________________ Nie wieder Faschismus!
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Anmeldedatum: 17.10.2006 Beiträge: 8392 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 07.12.2009, 12:28 Titel: |
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Heutiges Türchen:
"Marquardt, Axel
Was bisher geschah
Alle Mach-, Lach- & Meisterwerke von Axel Marquardt. Nur bei uns. "So funny wie Fanny Müller, genauso umfassend wie umwerfend komisch" (Fritz Eycken). Axel Marquardts hochkomische Geschichten wenden sich den drängendsten Problemen des heutigen Menschen zu: dem Altern, dem Gesundheitswesen, der Ortsveränderung, der Bewirtung und Beköstigung. "Nichts fehlt: Massenpsychose (Anstehen an der Pommesbude), sexuelle Obsessionen (Tangas!), das Alter (wabbelwabbel), Gesundheit. Luzide Exegese modernen Jugendkults, des Bauernstandes, Exkurse über moderne Ästhetik - Brisanz allenthalben" (Joachim Scholl, Zitty). 736 Seiten. Fadenheftung. Lesebändchen. Fester Einband. Haffmans Verlag. Nur bei Zweitausendeins."
Gruß Doc _________________ Nie wieder Faschismus!
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Anmeldedatum: 17.10.2006 Beiträge: 8392 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 08.12.2009, 09:57 Titel: |
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Für heute:
"Der Kaiser von China (Tilmann Ramstedt)
Keith Stapperpfennig kommt aus einer einzigartigen Familie. Von der Mutter weiß er wenig, vom Vater gar nichts. Zusammen mit vier vermeintlichen Geschwistern wuchs er beim Großvater auf - mit immer neuen, immer jüngeren Großmüttern. In eine von ihnen hat Keith sich selbst verliebt. Zum Achtzigsten schenken die Enkel ihrem Großvater eine gemeinsame Reise an ein Ziel seiner Wahl. Als er sich China wünscht, will keiner ihn begleiten - am Ende bleibt es an Keith hängen. Der lehnt sich zum ersten Mal im Leben auf, verjubelt das Reisegeld und lässt den Großvater alleine ziehen.
Doch dann bekommt Keith von der jüngsten Großmutter einen Anruf, sein Opa sei im Westerwald gestorben. Er muss eine Geschichte aus dem Hut zaubern, die den Geschwistern glaubhaft macht, die Reise habe stattgefunden - und erfindet sein eigenes China. Doch je weiter sich Keith in seine Lügen verstrickt, desto deutlicher wird, dass er nicht als Einziger die Unwahrheit sagt.
Tilman Rammstedt ist ein überwältigender Roman gelungen, so sprühend, rasant und urkomisch, dass man sich mit dem größten Vergnügen belügen lässt."
Gruß Doc _________________ Nie wieder Faschismus!
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Glutaeus Maximus Im Kader der 1.

Anmeldedatum: 09.07.2009 Beiträge: 334
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Verfasst am: 08.12.2009, 13:10 Titel: |
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was bisher geschah wurde vor zwei wochen bei "was liest du" vorgestellt und hat mich damals schon angesprochen. nachdem es jetzt im adventskalender war, muss ich es mir wohl besorgen
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Dr. Socrates Alterspräsident


Anmeldedatum: 17.10.2006 Beiträge: 8392 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 09.12.2009, 08:12 Titel: |
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Heute mal ein Hinweis auf einen bereits verstorbenen deutschen Schreiber und dessen Gesamtwerk:
de.wikipedia.org/wiki/Jörg_Fauser
www.jörg-fauser.de
Gruß Doc _________________ Nie wieder Faschismus!
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Dr. Socrates Alterspräsident


Anmeldedatum: 17.10.2006 Beiträge: 8392 Wohnort: Koblenz
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Verfasst am: 09.12.2009, 08:14 Titel: |
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Dr. Socrates Alterspräsident


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Verfasst am: 10.12.2009, 10:06 Titel: |
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Für heute der Altmeister Robert Gernhard mit einem seiner Gedichte:
"Der Weinreinbringer
Fünf Männer seh ich inhaltsschwer -
Wer sind die fünf? Wofür steht wer?
Des ersten Wams strahlt blutigrot -
das ist der Tod
das ist der Tod
Der zweite hält die Geißel fest -
das ist die Pest
das ist die Pest
Der dritte sitzt in grauem Kleid -
das ist das Leid
das ist das Leid
Des vierten Schild trieft giftignaß -
das ist der Haß
das ist der Haß
Der fünfte bringt stumm Wein herein -
das wird der Weinreinbringer sein."
Gruß Doc _________________ Nie wieder Faschismus!
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