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Basler: "Ich stehe auf der anderen Seite"

 
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chris
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BeitragVerfasst am: 17.07.2007, 09:49    Titel: Basler: "Ich stehe auf der anderen Seite" Antworten mit Zitat

Naht­los ins Trai­ner­gefüge bei TuS Koblenz ein­gepasst

Bas­ler: "Ich stehe auf der anderen Sei­te"

Die Ver­pflich­tung von Mario Basler als Co-Trai­ner beim Zweit­ligis­ten TuS Kobenz hat für viel Wirbel gesorgt. Mitt­ler­weile hat der Ex-Natio­nal­spie­ler sein Amt ange­tre­ten - und fühlt sich im TuS-Tross pudel­wohl, wie er in unserem Inter­view erklär­te.

- FOTO -
Mario Basler fiebert seit kurzem auf der Trainerbank beim Zweitligisten TuS Koblenz mit. Foto: Thomas Fre

BAD BERTRICH. Die Mit­tags­sonne knallt vom Himmel, im Tal­kes­sel des idyl­lischen Kur­ortes Bad Ber­trich herr­schen Sau­natem­pera­turen. Auf der Ter­rasse des Hotels Fürs­ten­hof indes lässt es sich aus­hal­ten. Spie­ler, Trainer und Betreuer des Zweit­ligis­ten TuS Koblenz sind zum Mit­tages­sen in den Schat­ten geflüch­tet.

Während die Spieler nach der Mahl­zeit schnell die Zimmer auf­suchen, um zwi­schen zwei schweiß­trei­ben­den Trai­nings­ein­hei­ten etwas Ruhe zu finden, hocken die Trainer noch zusam­men, berat­schla­gen sich, bespre­chen die nächste Ein­heit. Mit dabei auch Mario Basler. Seit rund einer Woche gehört der Ex-Natio­nal­spie­ler zum Trai­ner­tross der TuS, im Gespräch schil­dert er seine ersten Ein­drücke, spricht über den Trai­ner­beruf all­gemein und über sein Image als "Bruder Leicht­fuß".

Eine Hitze wie in der Wüste - aber das dürfte Ihnen ja nichts aus­machen. Hat Sie der ein­jäh­rige Katar-Auf­ent­halt in dieser Hin­sicht wüs­ten­gestähl­t?

Ja, dort ist es die ganze Zeit über so heiß. Das Problem hier ist der Wech­sel. Vor ein paar Tagen noch kühl, jetzt heiß. Aber immer noch besser, bei solch einem Wetter zu trai­nie­ren als bei Regen.

Sie haben leicht reden. Sie müssen ja nicht mit­lau­fen.

Ha, da haben Sie recht. Den Vorteil bringt das Trai­ner­dasein natür­lich mit sich. Als Spieler würde mir das sicher schwe­rer fal­len.

Was hat Ihnen die Zeit in dem Emirat am Per­sischen Golf gegeben - als Fuß­bal­ler, aber auch mensch­lich?

Für meine Familie war es eine tolle Lebens­erfah­rung. Zu sehen, wie die Lebens­struk­turen in einem völlig anderen Land sind. Was den Fußball angeht, so war ich dort, um etwas mit auf­bauen zu helfen. Katar ist ja fuß­bal­leri­sches Ent­wick­lungs­land. So wurden einige nam­hafte Spieler ins Land geholt, um den Fuß­bal­l etwas voran zu brin­gen. Ich denke, das ist uns ganz gut gelun­gen.

Also alles in allem eine Erfah­rung, die Sie nicht missen möch­ten?

Ganz gewiss nicht. Für meinen Sohn, der heute zehn Jahre alt ist, war das eine ganz wich­tige Phase. Er hat dort inner­halb von drei Monaten perfekt eng­lisch gelernt. Das hat ihm - zurück in Deutsch­land - sehr gehol­fen.

Hat der Auf­ent­halt in der Wüste auch Ihre Ein­stel­lung zum Trai­ner­job geän­dert. Hat Sie die Zeit reifer gemacht?

Ach nein, wenn man den Fußball dort und hier ver­gleicht, dann muss man sagen, dass es in Katar nach wie vor noch sehr unpro­fes­sio­nell zugeht. Da müssen die Struk­turen erst noch wach­sen. Diese beiden Fuß­ball­wel­ten sind nicht mit­ein­ander zu ver­glei­chen.

Jetzt sind Sie in der Koblen­zer Fuß­ball­welt gelan­det. Wie kam der Kontakt eigent­lich zustan­de?

Ich kenne den Uwe Rapol­der schon sehr lange und habe natür­lich auch seinen Wer­degang ver­folgt. Wir haben uns öfters gesehen und auch mit­ein­ander tele­foniert, und als das Angebot für Uwe mit TuS Koblenz kam, haben wir uns auch darüber aus­getauscht. Uwe hat mich dann auch gefragt, ob ich mir vor­stel­len könnte, in Koblenz zu arbei­ten. Wir sind dann so ver­blie­ben, dass wir nochmal mit­ein­ander spre­chen, wenn der Klas­sen­ver­bleib der TuS gesi­chert ist. Ja, und dann haben wir nochmal ein­gehen­der zusam­men gere­det, und jetzt bin ich hier. Vor dem Hin­ter­grund, dass ich meinen Fuß­ball-Leh­rer gemacht habe, ist das hier bei der TuS ein toller Ein­stieg. Ich möchte Uwes Führungs­stil ken­nen­ler­nen, Ein­blick in sein Trai­nings­pro­gramm bekom­men. Sicher eine wert­volle Erfah­rung. Sch­ließ­lich möchte ich irgend­wann auch wieder als Chef­trai­ner arbei­ten.

War es eigent­lich immer schon Ihr Wunsch, nach Ende Ihrer Spie­ler­kar­riere ins Trai­ner­fach zu wech­seln? Sch­ließ­lich könnten Sie auf so Spie­ler­typen tref­fen, die so sind, wie sie einmal waren - schwie­rig! Fürch­ten Sie das?

Nein, in erster Linie, weil es diese Typen wie Effen­berg, Matt­häus oder meine Wenig­keit schlicht­weg gar nicht mehr gibt.

Woran lieg­t's?

Die heutige Gene­ration ist einfach anders. Die Jungs sind viel vor­sich­tiger, es gibt heute ganz andere Kon­troll­mög­lich­kei­ten. Wer heute als Fuß­bal­ler im Ram­pen­licht steht, der steht doch unter stän­diger Beo­bach­tung.

Sie sehen auch kein Problem darin, heute als Trainer ernst genom­men zu werden, obschon Sie als Spieler stets als "Bruder Leicht­fuß" galten und Ihnen so etwas wie ein Clown-Image anhaf­tete?

Nein, ganz und gar nicht. Natür­lich hat in meiner 15-mona­tigen Zeit als Trainer in Regens­burg der eine oder andere ver­sucht, mich hinters Licht zu führen. Aber da kann ich mit ruhigem Gewis­sen sagen: Er hat es nur einmal pro­biert! Ich denke, ich kann viele Situa­tio­nen ganz gut ein­schät­zen. Hinzu kommt, dass zwi­schen dem Spieler Basler und dem Trainer Basler ein großer Unter­schied besteht.

Wo liegen denn Ihre Stärken als Trai­ner?

Ach, ich kenne den Fußball in- und aus­wen­dig, habe lange Jahre auf höchs­tem Niveau gespielt. Ich denke, auch der Uwe Rapol­der wird sich etwas dabei gedacht haben, warum er mich hier zur TuS geholt hat. Sicher kann ich den Spie­lern viele Dinge mit­geben, die ich zu meiner Zeit viel­leicht anders hätte machen können oder müssen, um noch mehr zu errei­chen. Darüber hinaus kann ich den Spie­lern noch heute fuß­ball­spe­zifi­sche Dinge vor­machen, beim Schuss- oder Flan­ken­trai­ning etwa. Nicht zuletzt kann ich gerade den Spie­lern, die auf den Außen­posi­tio­nen spie­len, den einen oder anderen Tipp geben. All dies sind Dinge, die der Uwe Rapol­der mit meiner Ver­pflich­tung im Sinn gehabt haben wird.

Sie haben im Früh­jahr ein Prak­tikum bei Schalke 04 unter Mirko Slomka absol­viert. Wie lehr­reich war das?

Sehr lehr­reich. Ich wollte mal sehen, wie ein so junger Coach, der vom Co-Trai­ner zum Chef­trai­ner beför­dert wurde, die Mann­schaft führt, wie er mit den Stars umgeht, wie er Fußball spielen lässt.

Also durch­aus eine Par­allele zu Ihrem Wirken. Auch Sie sind, für einen Trai­ner, noch jung an Jahren und streben eben­falls irgend­wann einmal das Chef­trai­ner­amt an...

...­genau. Das ist ja kein Geheim­nis. Irgend­wann möchte ich auch wieder in der ersten Reihe ste­hen.

Nach einer Woche als Co-Trai­ner bei der TuS, wie sind Ihre Ein­drü­cke von der neu for­mier­ten Mann­schaft?

Ich denke, die Hand­schrift eines Uwe Rapol­der ist schon jetzt erkenn­bar, er hat tolle Einkäufe getätigt. Es macht sehr viel Spaß, mit den Jungs zusam­men zu arbei­ten. Die Mischung zwi­schen Jung und Alt stimm­t.

Die Zusam­men­arbeit im Trai­ner­stab scheint von großer Sym­pathie und großem gegen­sei­tigen Respekt geprägt zu sein. Ist das eins­tige "enfant ter­rible" Mario Basler ins­geheim dann doch eher der Har­monie­men­sch, der ein Umfeld braucht, in dem er sich wohl fühl­t?

Unbe­dingt! Wer mich wirk­lich kennt, der weiß, dass das schon immer so war. Man kann sich auf mich ein­hun­dert Prozent ver­las­sen, man kann mit mir Pferde steh­len. Aber man muss auch wissen, dass ich ein Gerech­tig­keits­fana­tiker bin. Und ich bin jemand, der das offene Wort pflegt. Hin­ten­rum­rede­rei, Mau­sche­lei - so was geht gar nicht. Das möchte ich der Mann­schaft auch ver­mit­teln, dass die Spieler mit dem Hin­ten­rum heut­zutage keine Chance haben. Als Typ musst du vor­aus­gehen. Das möchte ich vor­leben. Natür­lich will ich auch für gute Stim­mung sorgen - aber die Spieler müssen wissen: Den Fuß­bal­ler Mario Basler gibt es nicht mehr. Ich bin jetzt auf der anderen Seite. Das müssen die Spieler respek­tie­ren, so wie ich jeden Spieler respek­tie­re.

Das Gespräch führte Klaus Rei­mann

Quelle: RZ-Online - http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/tus-1.html
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